Heiligenhafen beteiligt sich am Aktionstag „Kommunen am Limit“

25.06.2026, 08:54 Uhr
Von: Annalena Kristof
Heiligenhafener Post

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Mit der Teilnahme am Aktionstag „Kommunen am Limit“ will auch Heiligenhafens Bürgermeister Kuno Brandt auf die schwierige finanzielle Lage aufmerksam machen.

Mit der Teilnahme am Aktionstag „Kommunen am Limit“ will auch Heiligenhafens Bürgermeister Kuno Brandt auf die schwierige finanzielle Lage aufmerksam machen. © Kristof

Mit mehreren symbolischen Aktionen im Stadtgebiet hat Heiligenhafen im Rahmen des bundesweiten Aktionstages „Kommunen am Limit“ auf die finanziell angespannte Lage der Warderstadt aufmerksam gemacht.

Auch Heiligenhafen hat sich am bundesweiten Aktionstag „Kommunen am Limit“ beteiligt. Am Rathaus machte eine symbolisch auf „fünf vor zwölf“ gestellte Uhr auf die angespannte finanzielle Lage der Städte und Gemeinden aufmerksam. Auch Plakate bei der Sporthalle in der Feldstraße und in der sanierungsbedürftigen Schulstraße sollten verdeutlichen, wo die Bürgerinnen und Bürger die Folgen knapper Kassen bereits heute spüren.

Sanierungsstau und fehlende Förderung

Bürgermeister Kuno Brandt sieht die Kommunen zunehmend unter Druck. Die Aufgaben würden immer mehr, die verfügbaren finanziellen Mittel hielten damit jedoch nicht Schritt. „Eigentlich müssten wir die Uhr schon auf fünf nach zwölf stellen“, sagte Brandt im Gespräch mit der HP. Als konkretes Beispiel nennt er die Sporthalle in der Feldstraße. Die Stadt hatte auf Fördermittel für einen Neubau gehofft, erhielt jedoch keine Zusage. Damit kann das Projekt derzeit nicht umgesetzt werden. Gleichzeitig bestehe weiterhin hoher Sanierungsbedarf bei den städtischen Straßen. „Das sind die Dinge, die die Bürgerinnen und Bürger unmittelbar merken“, so Brandt.

Nach Angaben des Bürgermeisters habe sich die finanzielle Lage in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Die Aufgaben werden mehr, Baukosten steigen, doch die finanziellen Mittel sind knapp. Während die Stadt vor fünf oder sechs Jahren noch von einer deutlich komfortableren Einnahmesituation profitieren konnte, würden die Handlungsspielräume inzwischen immer kleiner. Aufgrund der allgemein angespannten Wirtschaftslage müsse man außerdem abwarten, wie sich das Urlaubsverhalten der für Heiligenhafen als Tourismusstandort so wichtigen Urlaubsgäste künftig entwickle. Bereits jetzt seien die Buchungen kurzfristiger, die Auswirkungen spürbar, so der Verwaltungschef. Eigentlich könne die Stadt nur noch ihre Pflichtaufgaben erfüllen und selbst da drücke der Schuh.

In der Verantwortung sieht Brandt dabei Bund und Land und bezieht sich auf das sogenannte Konnexitätsprinzip, welches auch im Grundgesetz verankert ist. Vereinfacht gesagt gelte: „Wer bestellt, muss auch bezahlen“. Also, wenn Bund und Länder Aufgaben an die Kommunen übertragen, müsse auch deren Finanzierung geregelt werden. „Die Kommunen müssen einfach etwas vom Kuchen abbekommen“, fordert der Bürgermeister.

Mit der Beteiligung am Aktionstag wolle die Stadt vor allem Aufmerksamkeit schaffen. Die finanziellen Probleme der Kommunen seien längst keine abstrakte Größe mehr, sondern hätten direkte Auswirkungen auf Investitionen und Projekte vor Ort.

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