Handlungsbedarf bei der Nutria-Bekämpfung
26.05.2026, 16:12 Uhr
Von:
Annika Loewe
der reporter Plön/Preetz
Die Natur- und Umweltstiftung des Kreises Plön unterstützt die Eindämmung der invasiven Nutria mit 14.000 Euro. Die Förderzusage brachte Stiftungsvorsitzender Björn Rüter bereits zum Kreisjägertag Ende April mit. Bei einem Ortstermin im Revier Rixdorf erläuterte Förster und Jäger Hans Martin Hay die zunehmenden Schäden an Ufern, Schilfbeständen und Gewässerstrukturen im Naturschutzgebiet „Rixdorfer Teiche und Umgebung“ das auch gleichzeitig ein europäisches Schutzgebiet ist.
„Der Ortstermin hat gezeigt, wie dringend wir handeln müssen. Die Förderung ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz unserer Gewässer und Uferzonen“, so Björn Rüter.
Nutria – auch Sumpfbiber oder Biberratte genannt – stammen ursprünglich aus Südamerika. Im Kreis Plön wächst die Nutria-Population rasant: Laut Kreisjägermeister Jörg Höfer stieg die Zahl der erlegten Tiere innerhalb eines Jahres von 909 auf 2.940. Ohne zusätzliche Ressourcen werde sich die Situation nicht entschärfen. Die Kreisjägerschaft setzt auf moderne Fallen und gezielte Unterstützung besonders betroffener Reviere. Der Vorsitzende Claus-Henrick Estorff betont: „Die Nutria bleibt eine große Herausforderung für unsere heimischen Lebensräume.“ Die Jägerschaft übernimmt Verantwortung und trägt die Hauptlast im Kampf gegen die wachsenden Bestände. Die Schäden reichen von der Zerstörung von Uferbefestigungen über Fraß- und Grabschäden in der Landwirtschaft bis hin zur Verdrängung heimischer Arten, insbesondere durch Fraßschäden am Schilf in den Uferzonen.
Die Stiftungsgelder sollen vor allem der Beschaffung langlebiger Lebendfallen, Fallenmelder und optionaler Wildkameras dienen. Die Kreisjägerschaft dokumentiert den Fangerfolg und erstellt jährlich einen Bericht. Zudem werden Fortbildungen zur Biologie, Bejagung und Verwertung der Nutria angeboten.