Handball-Krimi in Eutin: HSG steigt in die Regionalliga auf
22.05.2026, 11:02 Uhr
der reporter Eutin/Malente
Am vergangenen Sonnabend platzte die Eutiner Sieverthalle aus allen Nähten. Es stand das Rückspiel der Aufstiegsrelegation gegen St. Pauli an. Nachdem bereits 100 HSG-Fans zur knappen Hinspielniederlage (36:34) mit nach Hamburg gereist waren, wollten jetzt alle heimischen Fans die HSG dabei unterstützen dieses Ergebnis zuhause zu egalisieren.
Für den Trainer der HSG stand durchaus eine knifflige Aufgabe an, da man aufgrund einiger Verletzungen mit einigen Personalsorgen in die Partie gehen musste. Dennoch war sich Andreas Juhra sicher, dass man die Ausfälle mit dem bestehenden großen Kader kompensieren kann. Außerdem geisterte am Sonnabend eine besondere Stimmung in der Sieverhalle durch den Äther. Noch nie in der ganzen Saison war die Halle so lange vor Spielbeginn bis auf den letzten Platz gefüllt. Trommeln, Klatschpappen, Fahnen, Banner etc. ergaben eine Kulisse, die man teilweise nicht mal in der 3. Liga findet. Es war also alles angerichtet für ein großes Handballfest in der Eutiner Sieverhalle.
Wie auch schon im Hinspiel brauchte die HSG nicht lange, um ins Spiel zu finden. Mittelmann Konstantin von Starck traf direkt doppelt, sodass man schnell mit 2:0 führte. Danach sahen die HSG-Anhänger eine aufopferungsvoll verteidigende Mannschafft. St. Pauli hatte deshalb große Probleme Lösungen im Angriff zu finden. Entscheidend war dabei unter anderem, dass nicht nur Björn Lange wieder ein starker Rückhalt im Tor war, sondern auch, dass die HSG einfache Tore aus dem Tempospiel erzielen konnte. Besonders sehenswert waren dabei die Tore von Nick Fürst, der zwei lange Pässe über das ganze Feld von Konstantin von Starck per Kempa verwandelte. Durch diese konzentrierte Leistung konnte man sich bis zur Halbzeit auf 15:9 absetzen.
Nach Wiederanpfiff hieß es nun für die HSG, dass man mehr Souveränität als im Hinspiel zeigen muss, wo man ebenfalls zur Halbzeit mit sechs Toren führte. Wie auch im Hinspiel begann St. Pauli schnell in der zweiten Halbzeit eine doppelte Manndeckung gegen Konstantin von Starck und Basti Potz zu spielen, da die Gästedefensive kein Mittel gegen deren Zusammenspiel fand. Das hatte zunächst zur Folge, dass St. Pauli wieder auf drei Tore zum 20:17 (44.) herankam, auch weil die HSG einige gute Chancen im Angriff verworfen hatte. Doch anders als im Hinspiel bewahrten die Spieler diesmal die Ruhe. Insbesondere Hannes Grunwald und Robin Morris waren in dieser engen Phase spielentscheidend. Der Kapitän spielte clever immer wieder den gleichen Spielzug und Robin Morris vollstreckte mehrfach eiskalt. Nachdem Robin Morris im freien Wurf von der Pauli Abwehr hart gefoult wurde, verwandelte Hannes Grunwald den anschließenden 7-Meter souverän zum 27:22 (55.). Pauli versuchte nochmal sich mit einer offensiven Manndeckung eine Restchance zu bewahren, doch die HSG ließ sich nicht mehr aus dem Konzept bringen. Die letzten Minuten gestalteten die Hausherren souverän und erhöhten die Führung zum 32:25 Endstand.
Anschließend kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Die Halle tobte und Spieler und Trainerteam fielen sich freudestrahlend in die Arme. Damit nimmt die Saison der HSG das erhoffte Ende und die Mannschaft ist nun offiziell Aufsteiger in die Regionalliga.
Die Tore für die HSG erzielten: Nick Fürst (11); Sebastian Potz, Max Ahrens (je 4); Konstantin von Starck, Robin Morris (je 3); Tizian Grigoleit, Hannes Grunwald (je 2); Benjamin Path, Simon Grage, Björn Lange (je 1).