Neu gestaltete Flächen am Kommunalhafen mit Festakt offiziell eröffnet / Gedenkstein des Fehmarnschen Fischervereins von 1949
Hafen Burgstaaken eingeweiht
29.09.2026, 12:27 Uhr
Von:
Eckhard Kretschmer
Fehmarnsches Tageblatt
Nach umfangreichen Sanierungs- und Ausbauarbeiten präsentiert sich der Kommunalhafen mit erneuerter Infrastruktur und neu gestalteten Flächen. Die Stadt Fehmarn sieht darin zugleich ein Bekenntnis zur Zukunft der Fischerei.
Wo über Jahre gebaut, gerammt und erneuert wurde, ist am Montag offiziell Einweihung gefeiert worden: Die neu gestalteten Hafenflächen in Burgstaaken sind ihrer Bestimmung übergeben worden. Rund 50 geladene Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Hafenbetrieb nahmen zunächst an einem Rundgang teil, bevor die neue Anlage mit dem Durchschneiden eines Bandes offiziell eingeweiht wurde.
Erster Stadtrat Dirk Frohberg erinnerte an die lange Vorgeschichte des Projekts. Erste Überlegungen zur grundlegenden Verbesserung der Hafeninfrastruktur reichen nach seinen Angaben bis 2015 zurück. Ursprünglich war das Vorhaben mit deutlich geringeren Kosten geplant. Nach umfangreichen Untersuchungen zeigte sich jedoch, dass mehr saniert und erneuert werden musste als zunächst angenommen.
Besonders die Ufereinfassungen und Spundwände waren teilweise erheblich geschädigt. Untersuchungen mit Wanddickenmessungen an Pfählen und Dalben, Baugrunduntersuchungen sowie eine Drohnenvermessung machten den tatsächlichen Sanierungsbedarf deutlich. Die Hafenkante wurde deshalb umfangreicher erneuert als zunächst vorgesehen. Statt einer teilweise geplanten Böschung entschied sich die Stadt 2023 für eine durchgehende Spundwand. Dadurch können die Kutter heute direkt an der Kante und bei voller Wassertiefe von bis zu 4,5 Metern festmachen.
Auch die Flächen hinter der Kaimauer wurden neu geordnet und befestigt. Entstanden sind robuste Arbeitsflächen für Fahrzeuge, Fanggeräte und Anlandung, die mit einer Infrastruktur ausgestattet wurden, die eine vielfältige touristische Nutzung, sei es Konzerte, Events oder Märkte, ermöglicht, betonte Linda Lafrenz von der Hafenbehörde Stadt Fehmarn.
Hinzu kommen erneuerte Steganlagen, Poller, ein neuer Schwimmsteg sowie eine neue Entwässerung. Vierzehn Straßenabläufe mit speziellen Filtern sollen das Regenwasser vor der Einleitung in die Ostsee reinigen.
Ein besonderer Ort im Hafen ist der Gedenkstein des Fehmarnschen Fischervereins von 1949. Die Inschrift erinnert „in ehrendem Gedenken“ an alle, die in Ausübung ihres Berufes auf See geblieben sind.
Die Arbeiten erfolgten bei laufendem Hafenbetrieb. Während Kutter ausliefen und Fang angelandet wurde, gingen die Bauarbeiten weiter. Für Fischer, Gastronomen und Gewerbetreibende bedeutete dies über längere Zeit erhebliche Einschränkungen. Froberg dankte den Anliegern ausdrücklich für ihre Geduld.
Deutlich gestiegen sind auch die Kosten. Froberg nannte bei der Einweihung eine Entwicklung von ursprünglich rund 2,5 Millionen Euro auf inzwischen 9,2 Millionen Euro. Als Gründe nannte er unter anderem den größeren Umfang der Arbeiten, gestiegene Baupreise und die Entscheidung für die durchgehende Spundwand. Der endgültige Finanzierungsstand muss dabei von den verschiedenen Teilmaßnahmen und den jeweiligen Netto- beziehungsweise Bruttobeträgen getrennt betrachtet werden.
Staatssekretär Otto Carstens vom schleswig-holsteinischen Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz bezeichnete die Einweihung als wichtigen Tag für die Fischerei. Das Land und die Europäische Union hätten mit ihrer Förderung dazu beigetragen, die Infrastruktur des Hafens zukunftsfähig zu machen. Für die aktuelle Maßnahme seien rund 1,9 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln beigesteuert worden, sagte Carstens.
Der Staatssekretär betonte zugleich die Bedeutung der Investition angesichts des Strukturwandels in der Fischerei. Burgstaaken sei heute kein reiner Fischereihafen mehr, sondern ein Hafen mit unterschiedlichen Nutzungen. Neben der Fischerei spielten Gewerbe und Tourismus eine wichtige Rolle. Dies sei kein Widerspruch, sondern könne eine gemeinsame Zukunftsperspektive bilden.
„Fischerei ist für uns nicht nur Folklore und Tradition, sondern ein Stück Heimat und ein Stück Zukunft“, sagte Carstens. Der Hafen Burgstaaken sei eines der größeren Infrastrukturvorhaben, das die Landesregierung aus Fischereifördermitteln unterstützt habe. Die heimischen Fischer seien eingeladen, die neuen Arbeitsbedingungen zu nutzen.
Auch die Stadt versteht die Sanierung nicht als Endpunkt der Entwicklung. Bereits seit Jahren wird an einem umfassenderen Zukunftskonzept für Burgstaaken gearbeitet. Dabei geht es neben der Fischerei unter anderem um Tourismus, Aufenthaltsqualität, Mobilität, Nachhaltigkeit und die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Hafens.
Mit der Einweihung ist damit zwar ein umfangreicher Bauabschnitt abgeschlossen. Die Diskussion über die Zukunft Burgstaakens geht jedoch weiter. Der Hafen soll Arbeitsort für die Fischerei bleiben, zugleich touristisch attraktiv sein und als Wirtschaftsstandort weiterentwickelt werden.
Nach dem offiziellen Durchschneiden des Bandes ging es für die Gäste zu einem Empfang. Für die Fischer, Gewerbetreibenden und Gastronomen am Hafen beginnt damit vor allem der Alltag mit einer grundlegend erneuerten Infrastruktur.