Projektwoche für Vielfalt und Toleranz:
Grundschule Hutzfeld ist „Gemeinsam bunt“
03.07.2026, 07:17 Uhr
der reporter Eutin/Malente
Vier Tage lang drehte sich an der Heinrich-Harms-Schule in Hutzfeld alles um Vielfalt, Toleranz und ein gutes Miteinander. Unter dem Motto „Wir sind bunt“ arbeiteten die Schülerinnen und Schüler jahrgangsübergreifend an kreativen Projekten, die auf verschiedenen Kinderbüchern basierten. Den Abschluss bildete am Freitag eine Präsentation in der Turnhalle, bei der die Kinder ihre Werke, Tänze, Rap-Beiträge und Ergebnisse stolz vorstellten. „Jede Kollegin und jeder Kollege hat ein Kinderbuch ausgewählt und daraus ein eigenes Projekt entwickelt“, erklärt Konrektorin und Lehrerin für Deutsch und Musik, Eva von Lucke. Die Kinder konnten ihre Wunschprojekte selbst wählen und arbeiteten anschließend in kleinen Gruppen mit Schülerinnen und Schülern aus den Klassen eins bis vier zusammen.
Besonders wichtig war dem Kollegium, dass die Kinder die Projektwoche aktiv mitgestalten konnten. „Wir hatten zwar Ideen vorbereitet, aber die Kinder durften jederzeit eigene Vorschläge einbringen. Wenn nach zwei Tagen neue Ideen entstanden sind, haben wir diese aufgegriffen und gemeinsam umgesetzt“, berichtet von Lucke. Die Entscheidung für das Thema Vielfalt fiel ganz bewusst. Angesichts gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen möchte die Schule Werte wie Demokratie, Akzeptanz und Toleranz bereits im Grundschulalter stärken. „Gerade in der heutigen Zeit finden wir es wichtig, diese Themen früh mit den Kindern zu besprechen und erlebbar zu machen“, sagt die Lehrerin.
Die besondere Lernatmosphäre kam bei den Kindern hervorragend an. Ohne Notendruck konnten sie kreativ arbeiten, eigene Ideen entwickeln und sich ausprobieren. „Viele Kinder haben gesagt, dass sie sich wünschen würden, öfter solche Projektwochen zu machen“, erzählt von Lucke. Gerade Schülerinnen und Schüler, die im klassischen Unterricht manchmal Schwierigkeiten haben, hätten in den kreativen Angeboten ihre Stärken zeigen können.
Besonders beeindruckt zeigte sich die Lehrerin von der Selbstständigkeit der Kinder. In ihrer Gruppe schrieben die Schülerinnen und Schüler gemeinsam Geschichten weiter und entwickelten eigene Figuren. Aus selbst gebastelten Stabfiguren entstanden spontan kleine Rollenspiele und Dialoge. „Ich hatte oft das Gefühl, gar keine neuen Impulse geben zu müssen. Die Kinder haben sich gegenseitig inspiriert und die Ideen kamen ganz von allein. Das war für mich ein besonderer Moment.“
Auch das jahrgangsübergreifende Arbeiten erwies sich als großer Erfolg. Ältere Kinder unterstützten die Jüngeren, während alle voneinander lernen konnten. Dieses Miteinander stärkte nicht nur die Gemeinschaft, sondern sorgte auch für eine gute Atmosphäre.
Die positiven Erfahrungen der Projektwoche wirken bereits nach. Das Kollegium möchte die Ergebnisse nun gemeinsam auswerten und über weitere ähnliche Projekte nachdenken. „Wir haben gesehen, dass Kinder auf ganz unterschiedliche Weise lernen können – und wie viel Freude ihnen das macht“, so von Lucke.
Die Präsentation in der Turnhalle machte schließlich deutlich, wie vielfältig die Ergebnisse geworden sind. Neben kreativen Bastelarbeiten, Geschichten und Ausstellungen sorgten kleine musikalische Beiträge, Tänze und ein Rap für Begeisterung – und auch der Spaß durfte dabei nicht fehlen. Vor allem aber zeigte die Woche, dass Vielfalt nicht nur ein Thema für den Unterricht ist, sondern im gemeinsamen Lernen und Miteinander ganz selbstverständlich sein kann.