LKN-Vorgaben erhöhen Kosten für Wiederherstellung des Küstenrad- und Wanderwegs in Sütel

Grünes Licht mit teuren Auflagen

04.08.2026, 11:48 Uhr
Von:
Heiligenhafener Post

Diesen Artikel teilen
Wo einst der Küstenrad- und Wanderweg in Sütel verlief, klafft seit der Sturmflut 2023 eine große Lücke. Die Gemeinde hofft auf einen Baubeginn für die Wiederherstellung im Oktober.

Wo einst der Küstenrad- und Wanderweg in Sütel verlief, klafft seit der Sturmflut 2023 eine große Lücke. Die Gemeinde hofft auf einen Baubeginn für die Wiederherstellung im Oktober. © Annalena Kristof

Nach jahrelangem Streit rückt der Wiederaufbau des Küstenrad- und Wanderwegs näher. Neue Vorgaben sorgen jedoch für erhebliche Mehrkosten.

Eigentlich schien der jahrelange Streit um den 2023 zerstörten Küstenrad- und Wanderweg in Sütel beendet. Doch bevor die Bagger anrollen können, muss die Gemeinde Neukirchen nun noch einen umfangreichen Maßnahmenkatalog abarbeiten – und deutlich tiefer in die Tasche greifen als ursprünglich geplant. Die Gemeindevertretung beauftragte Bürgermeister Bernd Bruhn in ihrer Sitzung am Donnerstagabend dennoch einstimmig damit, die nächsten Schritte für den Wiederaufbau des Weges einzuleiten.

Nachdem die Untere Naturschutzbehörde den Wiederaufbau des Weges lange abgelehnt hatte, brachte erst das durch die IG „Sütel Strand“ beauftragte geologische Gutachten Bewegung in das Verfahren. Es bestätigte, dass der betroffene Küstenabschnitt künstlich aufgeschüttet wurde und nicht als natürliche Steilküste einzustufen ist (wir berichteten). Damit war grundsätzlich der Weg für den Wiederaufbau frei.

Maßnahmenkatalog statt Baustart

Ganz so einfach wird es nun aber nicht. Das Landesamt für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) knüpfte seine Zustimmung für den eingereichten Antrag der Gemeinde zur Wiederherstellung des Küstenabschnittes an einen umfangreichen Maßnahmenkatalog mit insgesamt 13 Auflagen. So sind unter anderem besondere Sicherungsmaßnahmen wie eine Pfahlreihe zur Fußsicherung des Deckwerks sowie spezielle Wasserbausteine vorgesehen.

Die Folgen sind deutlich spürbar: Statt der ursprünglich kalkulierten Gesamtkosten von rund 90000 Euro rechnet die Gemeinde inzwischen mit 270000 Euro Baukosten und weiteren 80000 Euro Planungskosten. Für die Baumaßnahme liegt bereits eine Förderzusage in Höhe von 75 Prozent vor, sodass auf die Gemeinde ein Eigenanteil von rund 87000 Euro entfällt.

Trotz der höheren Kosten blickt Bürgermeister Bernd Bruhn optimistisch nach vorn. Das LKN habe bereits zugestimmt, dass die Arbeiten trotz der normalerweise sturmflutbedingten Winterpause durchgeführt werden dürfen, da sie lediglich acht bis zehn Tage dauern sollen. Läuft alles nach Plan, könnten die Bauarbeiten bereits im Oktober beginnen und noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. „Jetzt heißt es Augen zu und durch“, machte Bruhn in der Sitzung deutlich. Am Ende könnte der Küstenrad- und Wanderweg dann nach rund drei Jahren endlich wieder für Einheimische und Urlaubsgäste nutzbar gemacht werden und zugleich auch der Küstenschutz wiederhergestellt werden.

Anzeige nordish Instagram

Meistgelesen

Heiligenhafener Therapeutinnen und Therapeuten schlagen Alarm Heiligenhafen

Heiligenhafener Therapeutinnen und Therapeuten schlagen Alarm

Mit Straßenkreide haben Heiligenhafener Therapeutinnen und Therapeuten kürzlich gegen geplante Einschnitte im Gesundheitswesen protestiert. Vor...

Peter Foth
A1 bei Heiligenhafen wird zur Baustelle Heiligenhafen

A1 bei Heiligenhafen wird zur Baustelle

Ab dieser Woche wird auf der A1 zwischen Gremersdorf und Heiligenhafen-Ost die Fahrbahndecke erneuert. Während...

Annalena Kristof
Oldtimer nehmen Kurs auf Burg Fehmarn

Oldtimer nehmen Kurs auf Burg

Für Autoliebhaber, Freunde historischer Fahrzeuge, Traktoren und sonstiger landwirtschaftlicher Nutzfahrzeuge, aber auch Busse und Youngtimer...

Reinhard Gamon