LKN-Vorgaben erhöhen Kosten für Wiederherstellung des Küstenrad- und Wanderwegs in Sütel
Grünes Licht mit teuren Auflagen
04.08.2026, 11:48 Uhr
Von:
Annalena Kristof
Heiligenhafener Post
Nach jahrelangem Streit rückt der Wiederaufbau des Küstenrad- und Wanderwegs näher. Neue Vorgaben sorgen jedoch für erhebliche Mehrkosten.
Eigentlich schien der jahrelange Streit um den 2023 zerstörten Küstenrad- und Wanderweg in Sütel beendet. Doch bevor die Bagger anrollen können, muss die Gemeinde Neukirchen nun noch einen umfangreichen Maßnahmenkatalog abarbeiten – und deutlich tiefer in die Tasche greifen als ursprünglich geplant. Die Gemeindevertretung beauftragte Bürgermeister Bernd Bruhn in ihrer Sitzung am Donnerstagabend dennoch einstimmig damit, die nächsten Schritte für den Wiederaufbau des Weges einzuleiten.
Nachdem die Untere Naturschutzbehörde den Wiederaufbau des Weges lange abgelehnt hatte, brachte erst das durch die IG „Sütel Strand“ beauftragte geologische Gutachten Bewegung in das Verfahren. Es bestätigte, dass der betroffene Küstenabschnitt künstlich aufgeschüttet wurde und nicht als natürliche Steilküste einzustufen ist (wir berichteten). Damit war grundsätzlich der Weg für den Wiederaufbau frei.
Maßnahmenkatalog statt Baustart
Ganz so einfach wird es nun aber nicht. Das Landesamt für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) knüpfte seine Zustimmung für den eingereichten Antrag der Gemeinde zur Wiederherstellung des Küstenabschnittes an einen umfangreichen Maßnahmenkatalog mit insgesamt 13 Auflagen. So sind unter anderem besondere Sicherungsmaßnahmen wie eine Pfahlreihe zur Fußsicherung des Deckwerks sowie spezielle Wasserbausteine vorgesehen.
Die Folgen sind deutlich spürbar: Statt der ursprünglich kalkulierten Gesamtkosten von rund 90000 Euro rechnet die Gemeinde inzwischen mit 270000 Euro Baukosten und weiteren 80000 Euro Planungskosten. Für die Baumaßnahme liegt bereits eine Förderzusage in Höhe von 75 Prozent vor, sodass auf die Gemeinde ein Eigenanteil von rund 87000 Euro entfällt.
Trotz der höheren Kosten blickt Bürgermeister Bernd Bruhn optimistisch nach vorn. Das LKN habe bereits zugestimmt, dass die Arbeiten trotz der normalerweise sturmflutbedingten Winterpause durchgeführt werden dürfen, da sie lediglich acht bis zehn Tage dauern sollen. Läuft alles nach Plan, könnten die Bauarbeiten bereits im Oktober beginnen und noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. „Jetzt heißt es Augen zu und durch“, machte Bruhn in der Sitzung deutlich. Am Ende könnte der Küstenrad- und Wanderweg dann nach rund drei Jahren endlich wieder für Einheimische und Urlaubsgäste nutzbar gemacht werden und zugleich auch der Küstenschutz wiederhergestellt werden.