Rauch, Sirenen und Vermisste: Vier Feuerwehren proben den Ernstfall
Großübung mit 160 Einsatzkräften
05.07.2026, 11:27 Uhr
Von:
Volker Graap
der reporter Plön/Preetz
Die Atemschutzgeräteträger sind gefragt: Sie bereiten den Innenangriff vor. © Volker Graap
Feuerwehrgroßübung am Freitagabend in Preetz-Wakendorf: Das Szenario: Bei Schweißarbeiten in einer Reithalle fängt erst ein Ballenwagen, dann das Gebäude Feuer. Mehrere Menschen befinden sich noch in der Halle. An diesem Tag hatte die Freiwillige Feuerwehr Preetz eigentlich einen Grillabend geplant – der verschiebt sich nach hinten, als die Wehr gegen 19.35 Uhr alarmiert wird. Die Sirenen in der Region springen an. Auch die Freiwilligen Feuerwehren Schellhorn, Pohnsdorf und Rethwisch rücken aus – „160 Feuerwehrleute sind im Einsatz“, berichtet Volker Grönwohld, Fachwart Führungseinheit der Preetzer Wehr, der die Übung auf dem Hof Bahn heimlich, still und leise geplant hat.
Preetz – In der Reithalle hat Veranstaltungstechniker Marc Sienknecht drei Nebelmaschinen verteilt und organgerot leuchtende LED-Scheinwerfer platziert, die er via iPad steuert. Unter dem Ballenwagen liegt eine Puppe: Schweißer Henry, der den Brand verursacht haben soll. Auch vier Reiterinnen befinden sich in der Halle und schreien, als ob ihnen gerade eine Spinne über die Nase gelaufen wäre – Panik verbreiten ist jetzt ihre Aufgabe. Die Pferde sind übrigens weit ab vom Schuss, sie sollen nicht gestresst werden.
Die ersten Rettungskräfte erreichen den Schauplatz: Die Einsatzleitung erkundet die Lage, die ersten Schläuche werden ausgerollt und Atemschutzgerätträger begeben sich in die Halle und beginnen mit dem Innenangriff – sie tasten sich mit Wärmebildkamera in der verrauchten Reithalle vor. Angesichts des Rauches ist das nicht einfach: In einem Wohngebäude könnten sie sich an Wänden orientieren. In der großen Halle geht das nicht, hier gibt es zu viel Freifläche.
Von außen bekämpfen die Einsatzkräfte den Brand unter anderem über die Drehleiter der Preetzer Wehr. Aufgrund der benötigten Wassermengen müssen 700 Meter weit Schläuche verlegt werden, um einen Löschteich im Gewerbegebiet nutzen zu können. Am Ende ist das imaginäre Feuer gelöscht, vier Personen gerettet – nur für Schweißer Henry kommt jede Hilfe zu spät, die Puppe wird tot geborgen.
Welches Fazit zieht Einsatzleiter und Stadtwehrführer Manfred Wenselowski? „Die Übung ist im Großen und Ganzen gut verlaufen. Es gibt nur wenige Punkte, wo noch etwas nachgesteuert werden muss – wie zum Beispiel bei der Kommunikation.“ Nach rund zwei Stunden ist die Übung beendet. Für die Feuerwehrleute geht es anschließend doch noch zum Grillabend – diesmal mit reichlich Gesprächsstoff über den Einsatz.
Mit einem umfangreichen Löschangriff und einer Drehleiter bekämpften die Einsatzkräfte das simulierte Feuer in der Reithalle. © Volker Graap