Große Einsätze und stabile Ausbildungszahlen: DLRG zieht Bilanz
02.06.2026, 08:13 Uhr
Von:
Nicola Krüger
Fehmarnsches Tageblatt
Ob beim Surffestival am Südstrand, in der Schwimmausbildung oder bei der Wasserrettung: Die DLRG auf Fehmarn war auch im vergangenen Jahr stark gefordert. Auf der Jahreshauptversammlung zog die Ortsgruppe Bilanz und blickte auf zahlreiche Einsätze, stabile Ausbildungszahlen und das große Engagement ihrer Ehrenamtlichen zurück.
Fehmarn – Rote Schlauchboote im Wellengang, der Blick konzentriert aufs Wasser: Beim Surffestival am Südstrand im Mai war die DLRG Fehmarn nicht nur präsent, sie war gefordert. Zweimal retteten die Ehrenamtlichen Menschen aus akuter Lebensgefahr, 13-mal leisteten sie Erste Hilfe, zweimal übergaben sie Patienten an den ASB, elf weiteren Personen halfen sie technisch weiter. Acht bis zehn Einsatzkräfte standen täglich im Dienst, zwei Schlauchboote lagen permanent im Wasser. Kurz darauf folgte bereits der nächste Einsatz: Beim Foilfestival am selben Strand sicherten dieselben Kräfte erneut unter Volllast ab.
Diese Zahlen standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Ortsgruppe, bei der die DLRG Bilanz über das Jahr 2025 und die ersten Monate 2026 zog. Deutlich wurde dabei schnell: Die DLRG Fehmarn ist längst weit mehr als ein Schwimmverein. Sie gehört zum festen Rückgrat der Wasserrettung auf der Insel, begleitet Großveranstaltungen, sichert Sportevents ab und ist auch bei Filmproduktionen auf dem Wasser im Einsatz.
Allein im August 2025 standen das SUP- und Wingfoil-Festival auf dem Programm, im September der Fehmarn-Triathlon sowie das Ostseeschwimmen. Beim Tag der offenen Tür der hauptamtlichen Feuerwache im September präsentierte sich die Ortsgruppe der Öffentlichkeit. Hinzu kamen fünf Filmabsicherungen im Jahr 2025 und bereits drei weitere im Jahr 2026.
Das Einsatzgeschehen ist jedoch nur ein Teil der Arbeit. Das eigentliche Herzstück bleibt die Schwimmausbildung. Rund 1100 Stunden investierten die ehrenamtlichen Ausbilder im vergangenen Jahr, um Kindern und Erwachsenen das Schwimmen und Retten beizubringen.
Ein Blick auf die Entwicklung seit 2021 zeigt, wie kontinuierlich diese Arbeit läuft: Nach den pandemiebedingten Einschränkungen durch Lockdowns und Bäderschließungen brach die Ausbildung zunächst ein, ehe sich mit der Wiedereröffnung der Hallenbäder ein deutlicher Nachholbedarf zeigte. Besonders in den Jahren 2023 und 2024 stiegen die Prüfungszahlen im Anfängerbereich spürbar an. Inzwischen hat sich das Niveau stabilisiert. Auffällig ist aktuell eine besonders hohe Nachfrage im Bronze-Bereich. Viele Kinder aus den ausbildungsstarken Nachholjahren setzen ihre Ausbildung nun fort.
Von Seepferdchen bis Rettungsschwimmer
Allein im bisherigen Jahr 2026 erwarben 18 Kinder das Seepferdchen, 15 das Piratenabzeichen, 29 das Deutsche Schwimmabzeichen in Bronze, sieben das Silberabzeichen und acht das Goldabzeichen. Zudem absolvierten 15 Teilnehmer den Juniorretter und 13 die Rettungsschwimmerausbildung.
Vorsitzender Hans-Peter Lafrentz dankte im Rahmen der Versammlung ausdrücklich den langjährigen Ausbilderinnen Andrea Vehstedt und Silke Krause, die einen wesentlichen Teil dieser kontinuierlichen Arbeit tragen.
Neben Einsatz und Ausbildung leistet die Ortsgruppe auch organisatorisch erheblichen Aufwand. Rund 300 Stunden Verwaltungsarbeit, 50 Stunden Fortbildung sowie 15 Stunden Fahrausbildung zu Wasser kommen jährlich hinzu. Sieben Mitglieder legten zudem den Sportbootführerschein Binnen ab, nachdem sie bereits über den Schein für die See verfügen. In den Monaten Februar und März absolvierten zwölf Teilnehmer zusätzlich eine Funkausbildung für die Zeugnisse SRC und UBI.
Zur Verfügung stehen der Ortsgruppe ein voll ausgestattetes Motorrettungsboot sowie zwei wendige IRB-Schlauchboote für den Strandbereich.
Bei den anschließenden offenen Wahlen wurde der Vorstand nahezu vollständig im Amt bestätigt. Hans-Peter Lafrentz bleibt für weitere drei Jahre Vorsitzender, Andrea Vehstedt seine Stellvertreterin. Markus Falkenau übernimmt die Leitung des Einsatzbereichs, Gunnar Dölling ist sein Stellvertreter. Jürgen Hoffmann bleibt Schatzmeister. Lafrentz führt zudem in Personalunion den Bereich Ausbildung, unterstützt von Silke Krause als stellvertretender Leiterin. Norbert Rösler stellte sich erneut als Kassenprüfer zur Verfügung.
Der Kassenbericht fiel positiv aus: Die Ortsgruppe hat solide gewirtschaftet und Rücklagen gebildet. Haupteinnahmen bleiben Mitgliedsbeiträge und Spenden.
Viele Ehrungen
Zum Abschluss der Versammlung wurden zahlreiche Mitglieder für ihre langjährige Treue geehrt: für 25 Jahre Anna Lena Detlef, Andreas Nebendahl, Paul Wulff, Mike Mink und Carsten Thomsen-Detlefs; für 40 Jahre Matthias Jenke und Günther Ehlers; für 50 Jahre Brigitte Neumann; für 60 Jahre Norbert Rösler, Wolf-Dieter Hübner und Hartmut Poppen; sowie für 65 Jahre Jörg Uwe Eggert. Nicht alle Jubilare konnten anwesend sein und werden zu einem späteren Zeitpunkt geehrt.
Besondere Anerkennung erhielten außerdem Andrea Vehstedt (Verdienstabzeichen in Silber) und Silke Krause (in Bronze). Hervorgehoben wurden zudem Norbert Rösler aus Landkirchen sowie Joachim Otto aus Burg, die nach Angaben des Vorsitzenden seit Jahren zuverlässig und unermüdlich ihre Zeit in Ausbildung und Übungsbetrieb einbringen.
Die Grüße der Stadt überbrachte Marianne Unger, Vorsitzende des Ausschusses für gesellschaftliche Angelegenheiten. Sie lobte das niedrigschwellige Kursangebot der DLRG ausdrücklich und sagte: „Das ist wirklich unbezahlbar.“ Zugleich betonte sie die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements: „Es ist sehr wichtig und dankenswert, dass Menschen bereit sind, anderen in unmittelbarer Not zu helfen.“ Mit den Worten „Macht weiter so“ schloss sie ihr Grußwort.
Ein Wunsch bleibt der Ortsgruppe für die Zukunft noch offen: ein eigenes Einsatzfahrzeug samt Unterstand. Da sich die finanziellen Grundlagen in die richtige Richtung entwickeln, hofft die DLRG hier auf baldige Umsetzung.
Vorsitzender Hans-Peter Lafrentz nutzte die Versammlung zudem für einen klaren Appell an die Kommunalpolitik: Er würde es begrüßen, wenn die Verantwortlichen sich häufiger direkt vor Ort ein Bild von der ehrenamtlichen Ausbildungsarbeit machten.