Fehmarns Springreiterin Tomma Thiesen wurde das Goldene Reitabzeichen verliehen
Große Auszeichnung im Sattel
30.06.2026, 21:03 Uhr
Fehmarnsches Tageblatt
Rührende Momente am letzten Tag des Fehmarn-Pferde-Festivals: Am Sonntag wurde der Turnieralltag kurz zur Nebensache, denn eine junge Springreiterin von der Insel Fehmarn durfte eine besondere Ehrung entgegennehmen. Tomma Thiesen (19) vom Fehmarnschen Ringreiterverein (FRRV) wurde für ihre Wettkampfleistungen das Goldene Reitabzeichen verliehen.
Vor großem Publikum am Reitsportzentrum fand sie sich gemeinsam mit dem Holsteiner „Bert“ auf dem Eggersmann-Platz ein, wo einige ihrer Weggefährten Worte an sie richteten. Ihr Trainer Hinerk Köhlbrandt und dessen Tochter Karla sprachen über Tomma, ihre Stärken im Sport, aber auch, was sie im Alltag auf dem Hof für die Familie bedeutet. Tommas Schwester gab einen Einblick in die gemeinsame Kindheit, die Liebe zu Pferden und Tommas Weg von gemeinsamen Ausritten mit ihrem Großvater, über die ersten Ponyturniere bis hin zum Tag, an dem der Anruf von Hinerk Köhlbrandt kam.
Die Voraussetzungen für die Verleihung des Goldenen Reitabzeichens sind beachtenswert: Es ist die höchste Auszeichnung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), und im Gegensatz zu den übrigen Reitabzeichen kann es nicht durch eine Prüfung, sondern ausschließlich durch sportliche Erfolge erreicht werden: Im Springreiten sind dafür zehn Siege in der schwersten Kategorie, Klasse S, zu erreichen. Davon muss mindestens ein Sieg in einer S**-Springprüfung dabei sein. Bei zehn weiteren Springen muss es mindestens für einen Podestplatz gereicht haben – erst dann kann der Antrag auf Verleihung des Goldenen Reitabzeichens gestellt werden. Den Ort der Verleihung suchte Tomma sich selbst aus: Auf heimischen Boden sollte es sein, und so feierte sie mit Familie, Freunden und Wegbegleitern diesen Meilenstein.
Die Krönung eines erfolgreichen Wochenendes für Tomma blieb leider aus: Nach der Verleihung des Abzeichens ging es zum Turnierhöhepunkt, den Große Preis des Kaufhauses Stolz (S***). Mit zwei Pferden und bestechender Laufzeit zeigte sie, dass mit ihr zu rechnen ist, aber sie blieb sie weder im Lauf mit „Bert“ noch mit „Big Lady“ fehlerfrei – und so fand das Stechen ohne die frisch ausgezeichnete Fehmaranerin statt.
Hoffnung für die Insel bestand aber trotzdem: Unter den zehn Reiterinnen und Reitern, die es ins Stechen geschafft hatten, waren auch zwei FRRV-Athleten. Mathies und Hans-Thorben Rüder sprangen unter dem Jubel der Zuschauer in die entscheidende Runde. In diesem Stechen setzte Simon Heineke gleich zu Beginn ein großes Ausrufezeichen: Der Reiter vom RFV Stall Moorhof blieb mit „Coco Chanel“ fehlerfrei bei einer Zeit von 42,63 Sekunden und konnte nicht mehr von der Spitze verdrängt werden. Damit gewann er im zweiten Jahr in Folge den Grand Prix des Fehmarn-Pferde-Festivals. Für die Fehmaraner Mathies Rüder und „Carlesta“ reichte es am Ende für den achten Rang (8/42,98), für Hans-Thorben Rüder und „Caspian“ (9/62,41) war es letztendlich Platz neun.