Neuer Name im Goldenen Buch

Fehmarn würdigt Hans-Peter Jansen für sein kulturelles Engagement

04.07.2026, 10:55 Uhr
Fehmarnsches Tageblatt

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Verewigt im Goldenen Buch: Hans-Peter Jansen bei der Unterzeichnung
seiner Seite.

Verewigt im Goldenen Buch: Hans-Peter Jansen bei der Unterzeichnung seiner Seite. © KRETSCHMER

Eine besondere Ehrung für Hans-Peter Jansen: Der Betreiber des Burg-Filmtheaters hat sich ins Goldene Buch der Stadt Fehmarn eingetragen. Die Stadt würdigt damit sein langjähriges Engagement für das kulturelle und gesellschaftliche Leben auf der Insel.

Das Buch lag bereits auf dem historischen Sitzungstisch, als Hans-Peter Jansen am Freitagvormittag den Sitzungssaal des Rathauses betrat. Bürgermeister Jörg Weber, Bürgervorsteher Holger Micheel-Sprenger und Alexandra Schliebener vom Fachbereich Allgemeine Verwaltung empfingen den Kinobetreiber zu einer Ehrung, die nur wenigen Persönlichkeiten zuteil wird: Mit seiner Unterschrift wurde Jansen in das Goldene Buch der Stadt Fehmarn aufgenommen.

Die Auszeichnung würdigt nicht allein sein Lebenswerk als einer der prägenden deutschen Kinobetreiber. Sie ist zugleich Ausdruck der Wertschätzung der ganzen Insel für das vielfältige Engagement, mit dem der gebürtige Hamburger in den vergangenen zehn Jahren das kulturelle und gesellschaftliche Leben auf Fehmarn nachhaltig bereichert hat.

Den Anstoß für die Ehrung gab eine andere Ehrung: Im Februar war Hans-Peter Jansen während der Berlinale mit dem Ehrenpreis der GF AG Verleih für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden (wir berichteten). Stadtvertreter Kai Schumacher, der eigens in der Hauptstadt an der Preisverleihung teilgenommen hatte, berichtete davon anschließend im Rathaus.

„Eines der schönsten Kinos Deutschlands“

Für Bürgermeister Jörg Weber stand schnell fest, dass auch Fehmarn dieses außergewöhnliche Engagement angemessen würdigen müsse.

„Einen Ehrenpreis für das Lebenswerk zu bekommen, heißt ja nicht, dass man aufhören muss“, sagte Weber schmunzelnd zu Beginn der Feierstunde. Jansen griff den Gedanken sofort auf. „Das ist ja nur für einen gewissen Abschnitt.“

Dass dieser Abschnitt längst weit über den Betrieb eines Kinos hinausgeht, machte Weber in seiner Ansprache deutlich. Das Burg Filmtheater sei weit mehr als ein Ort, an dem Filme gezeigt würden. Diskussionen, Lesungen, Konzerte, Sportveranstaltungen, Film- und Musiknacht oder das beliebte Seniorenkino hätten das Haus zu einem lebendigen Treffpunkt entwickelt.

„Er betreibt nicht nur eines der schönsten Kinos Deutschlands“, sagte der Bürgermeister. „Viele sind größer – aber ich kenne keines, das schöner und gemütlicher ist.“

Auch außerhalb des Kinos habe sich Jansen längst unverzichtbar gemacht. Als Vorsitzender des Ernst-Ludwig-Kirchner-Vereins habe er dem Verein neue Impulse verliehen. Ebenso engagiere er sich bei der Attraktiven Burger Altstadt (ABA) und bringe immer wieder neue Ideen in das kulturelle Leben der Insel ein.

„Das ist wirklich aller Ehren wert“, sagte Weber. „Deshalb haben wir gesagt: Das ist einen Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Fehmarn wert.“

Anschließend verlas der Bürgermeister den offiziellen Eintragungstext:

„Mit der Eintragung in das Goldene Buch würdigt die Stadt Fehmarn Hans-Peter Jansen für seine besonderen Verdienste um das kulturelle und gesellschaftliche Leben der Insel. Sein langjähriges Engagement und seine Verbundenheit mit Fehmarn verdienen Anerkennung und Dank.“

Nach der Unterzeichnung blieb Jansen seiner zurückhaltenden Art treu. Auf die Aufforderung, noch einen persönlichen Satz hinzuzufügen, reagierte er lachend: „Nein, auf keinen Fall.“

Als Geschenk überreichte Weber eine mit einem roten Anker auf blauen Wellen gelabelte Flasche des speziell für Fehmarn gekelterten Weines „Meine Liebe Fehmarn“.

„Mittlerweile ist Hans-Peter ja auch Bürger von Fehmarn und hier angekommen“, sagte der Bürgermeister dazu.

Dass Jansen längst auf der Insel angekommen ist, bestätigte der Geehrte im Anschluss selbst: Ursprünglich habe er nie der Hamburger Kinobetreiber sein wollen, der zufällig auch ein Kino auf Fehmarn führe.

„Meine Einstellung war immer: Auf der Insel muss man ankommen.“

Deshalb verteile er bis heute die Kinoprogramme auch persönlich. Er wolle die Menschen kennenlernen, mit ihnen sprechen und Teil des Alltags werden.

Hans-Peter Jansen (2. v. l.) und seine Seite des Goldenen Buches – eingerahmt wird er von Bürgermeister Weber (links), Bürgervorsteher Micheel-Sprenger (2. v. r.) und Alexandra Schliebener (rechts) vom Fachbereich Allgemeine Verwaltung.

Hans-Peter Jansen (2. v. l.) und seine Seite des Goldenen Buches – eingerahmt wird er von Bürgermeister Weber (links), Bürgervorsteher Micheel-Sprenger (2. v. r.) und Alexandra Schliebener (rechts) vom Fachbereich Allgemeine Verwaltung. © KRETSCHMER

„Das Kino bleibt“

Anfangs kannte er weder den Unterschied zwischen Ost- und Westfehmarn noch die besondere Bedeutung der Stadt Burg, erzählt Jansen heute mit einem Schmunzeln.

„Mittlerweile bin ich ein Landei geworden“, so Jansen. „Ich bin mehr Fehmaraner als Hamburger.“

Hamburg sei inzwischen vor allem der Sitz der Lichtspielhäuser, die seine Kinder weiterführten. Er selbst fühle sich inzwischen auf Fehmarn zu Hause.

Auch Bürgervorsteher Holger Micheel-Sprenger würdigte den Einfluss des Kinobetreibers auf das gesellschaftliche Leben der Insel:

„Das ist jemand, der die Kulturlandschaft und das Leben auf Fehmarn stark bereichert hat. So schnell ist jemand, der hierhergezogen ist, noch nicht ins Goldene Buch gekommen.“

Besonders hob Micheel-Sprenger hervor, dass das Burg-Filmtheater heute weit mehr sei als ein Kino. „Es ist ein Ort der Begegnung geworden.“

Genau darin sieht Jansen selbst den eigentlichen Sinn seiner Arbeit.

„Man muss das Gefühl haben: Man kommt alleine – und geht nicht alleine.“

Gerade in Zeiten zunehmender Einsamkeit komme solchen Orten eine besondere gesellschaftliche Bedeutung zu. Menschen begegneten sich dort ungezwungen, kämen ins Gespräch oder träfen Bekannte.

„Ins Kino kannst du allein hineingehen. Aber du musst nicht allein wieder herausgehen.“

Besonders am Herzen liegt ihm das monatliche Seniorenkino, das regelmäßig bis auf den letzten Platz besetzt ist. Die Senioren bezeichnet er liebevoll als „meine Kinder“.

„Es gibt nichts Wichtigeres, als wenn sie hierherkommen“, sagte er.

Dass das traditionsreiche Burg-Filmtheater auch in Zukunft ein lebendiger Kulturort bleiben soll, machte Jansen mit einem weiteren Vorhaben deutlich.

Anfang kommenden Jahres soll die inzwischen 46 Jahre alte Bestuhlung vollständig erneuert werden. Die heutigen Sitze entsprächen weder den heutigen Anforderungen noch dem Komfort.

Finanziert werden soll das Projekt mit einer Spendenaktion. Interessierte können symbolisch eine Stuhlpatenschaft übernehmen und werden auf einer Dankestafel verewigt. Die bisherigen Sitze sollen anschließend an Interessierte abgegeben werden.

„Wichtig ist, dass die Menschen sehen: Hier wird investiert. Das Kino bleibt.“

Dass Aufgeben für ihn keine Option ist, formulierte Jansen unmissverständlich.

„Ich habe noch nie ein Kino geschlossen. Und ich werde niemals ein Kino schließen – auch wenn es das letzte Kino auf der Welt ist.“

Für Bürgermeister Weber ist genau diese Haltung kennzeichnend für den Geehrten. Man müsse nicht immer einer Meinung sein, sagte er mit einem Augenzwinkern. Entscheidend sei vielmehr, dass Jansen seine Ideen mit Beharrlichkeit, Leidenschaft und großem persönlichem Einsatz verfolge.

Die Eintragung in das Goldene Buch markiere deshalb keinen Schlusspunkt, sondern vielmehr einen weiteren Meilenstein. Oder, wie Weber es formulierte:

„Ich glaube, man kann auch für ein zweites und ein drittes Lebenswerk geehrt werden.“

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