Jetzt anmelden zum Ferien-Leseclub in der Stadtbücherei Krabbe 17
Fantastischen Welten zwischen den Buchdeckeln nachspüren...
25.06.2026, 14:39 Uhr
Von:
Lotta Schneider
der reporter Plön/Preetz
Werben für den Ferien-Leseclub: Die Klasse 2a der Rodomstorschule hat die Plöner Stadtbücherei besucht, wo sich jedes Grundschulkind zur Teilnahme anmelden kann. © Lotta Schneider
Wenn sich Reihungen von Buchstaben in dem sehr persönlichen Vorstellungsraum „Kopfkino“ zum großen Ganzen zu vervollständigen beginnen, hat in den Grundschulen die Stunde einer neuen Generation begeisterter kleiner Bücherwürmer geschlagen.
Wie gut sind da Erfindungen wie der Ferien-Leseclub (FLC), der am 1. Juli startet. Dazu können sich die Kinder in der Plöner Stadtbücherei, Krabbe 17, jetzt anmelden und das Leihangebot für tolle Lese-Erlebnisse in der unterrichtsfreien Zeit durchforsten. Auf sie wartet die weite Welt der guten Geschichten und sogar ein Lesezertifikat. Aber es geht um mehr, verdeutlicht Lehrerin Aurelia Braune bei einem Büchereibesuch mit ihrer Klasse 2a der Rodomstorschule.
Lesen am laufenden Band...
Die Erkenntnis ist vielleicht nicht überraschend: „Lesen ist superwichtig“, sagt Klassenlehrerin Aurelia Braune. Denn wird erst motiviert zum Buch gegriffen, verbessert sich das Lesevermögen der Kinder - parallel zum Lesevergnügen - mit jeder Seite. Deshalb gebe es auch einen Vermerk im Zeugnis, wenn die Schulkinder beim Ferien-Leseclub teilgenommen haben, ergänzt Braune und stellt fest. „Die Nähe zur Bücherei ist für uns von Vorteil.“ Diese Möglichkeit nimmt die Schule gerne wahr: Einmal im Monat mache sich immer mal eine der Schulklassen zu einer Stippvisite auf den kurzen Weg über den Vierschillingsberg bis zur Krabbe 17.
Dass die Schwelle des Lesenlernens eine Art zukunftsweisender Zäsur und Gewinn fürs ganz Leben bedeutet, weiß vielleicht kaum jemand besser als die Lehrkräfte an den Grundschulen. Motivation ist jedoch der Schlüssel für das Lernen. Um dem Lesespaß auf die Sprünge zu helfen, wofür die Buchstabenkombinationen von Worten und Sätzen erst einmal im Geiste Gestalt annehmen müssen, ist gemeinsames Üben also unerlässlich. Darum werde im Alltag in der Rodomstorschule täglich fünfzehn Minuten gelesen, „die ganze Schule gleichzeitig“. „Leseband“ heißt dieses Projekt.
Aber auch Zuhören steht hoch im Kurs. Denn Vorlesen kann das Interesse an guten Geschichten wecken. So nutzten die Lehrer die Frühstückspausen, um ihren Klassen Texte vorzulesen. Das kann ansteckend wirken und den Griff zum Buch auslösen. Wer der Faszination guter Geschichten erst einmal auf die Spur gekommen ist, wird weiterlesen wollen.
Mit Lesespaß zum Lesepass
Ein anderes Instrument ist der Lesepass, der wöchentlich vorzulegen ist. Teil der Hausaufgaben sei es, jeden Tag zehn Minuten zuhause vorzulesen. Wie wichtig diese Übung ist, werde auch bei den Elternabenden immer wieder hervorgehoben, fügt Aurelia Braune hinzu.
Die regelmäßige Viertelstunde „Leseband“ hat es sozusagen „buchstäblich“ in sich. Sie beginnt mit Chorlesen. „Es bedeutet, dass ein Text gemeinsam mit der ganzen Klasse laut gelesen wird“, führt Aurelia Braune aus. „Danach lesen die Kinder in den eigenen Büchern.“ Oder aus Buchtiteln, die sie beim Ferien-Leseclub bereits gelesen und in der Stadtbücherei ausgeliehen haben.
Je nachdem, wie gut sie das Lesen schon beherrschten, werde mit den Schülern rund ums geschriebene Wort Verschiedenes im Schulalltag geübt. So zum Beispiel eine Buchvorstellung mit einem klar definierten Ziel: „Die Kinder stellen ihr Buch später vor.“
Vorlesen und den Grips in Schwung bringen
Auch für den Vorlesewettbewerb trainierten die Klassen. Längst hat sich die schulinterne Veranstaltung des Vorleseabends etabliert, an dem bestimmte Schüler mit ihren Texten aus ausgewählter Lieblingsliteratur in den Klassen ihren Zuhörern vorlesen. Ihr Publikum zu diesem Bücherspaß: Familie und Mitschüler. Das ist ein aufregender Moment, der volle Konzentration und gute Nerven verlangt, geht es doch nicht nur darum, sauber „durchzukommen“, sondern auch die Handlungen mit geeigneten Betonungen zu einem unterhaltsamen Hörerlebnis auszugestalten.
Dass der Ferien-Leseclub diese Fähigkeiten alle fördert, liegt auf der Hand. „Die Rückmeldungen sind immer positiv“, unterstreicht Aurelia Braune, „und die Kinder sind auch stolz“. Abenteuern und spannenden Geschichten zwischen den Buchdeckeln nachjagen, sich miteinander dazu austauschen, gestalterisch aktiv werden, Ideen umsetzen und spielen – das alles verbindet sich zu einem von Kreativität strotzenden Lese- und Erfolgserlebnis im besten Sinne. Und deshalb: Am besten gleich anmelden und Clubmitglied werden. Vor den Ferien ist eben nach den Ferien. Und wenn der Tag der Logbuchabgabe gekommen ist, gibt es nicht nur eine Urkunde für die Clubmitglieder. Auch ein Tisch mit Buchgeschenken werde dann bereitstehen, sagt Aurelia Braune. „Wer beim Ferien-Leseclub am meisten gelesen hat, darf sich zuerst eines aussuchen.“