Bauernchef Gunnar Müller: durchschnittliche bis unterdurchschnittliche Ernte

Ernte auf Fehmarn: Hitze „hat richtig Ertrag gekostet"

04.08.2026, 19:37 Uhr
Von: Andreas Höppner
Fehmarnsches Tageblatt

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Die Weizenernte ist angelaufen. Gunnar Müller geht davon aus, auch auf seiner Anbaufläche etwas weniger als 100 Doppelzentner pro Hektar zu ernten.

Die Weizenernte ist angelaufen. Gunnar Müller geht davon aus, auch auf seiner Anbaufläche etwas weniger als 100 Doppelzentner pro Hektar zu ernten. © Andreas Höppner

In den vergangenen Tagen lief die Getreideernte auf Fehmarn auf Hochtouren. Die letzten Schläge Hafer und Raps wurden gedroschen, die Weizenernte ist verstärkt angelaufen. Doch gestern sorgte Regen für eine Erntepause. Gerade der richtige Tag für Fehmarns Bauernchef Gunnar Müller, eine erste Erntebilanz zu ziehen. Groß klagen will er nicht, doch er schätzt, dass es nur eine durchschittliche bis unterdurchschnittliche Ernte geben wird.

Dabei seien die Erwartungen der Landwirte zunächst positiver gewesen, „doch das heiße Wochenenende Ende Juni“, das sogar auf Fehmarn Temperaturen von bis zu 35 Grad Celsius brachte, „hat richtig Ertrag gekostet“, resümiert Müller. Bei der Gerste sei das nicht mehr ins Gewicht gefallen. Die Abreife war weit fortgeschritten, schon Anfang Juli konnte gedroschen werden. So habe der Ertrag der Gerste bei 100 bis 115 dz/ha gelegen. „Ein gutes Ergebnis“, so Müller.

Risikopflanze Raps

Der Raps habe jedoch nach einem Aufschwung in den vergangenen zwei Jahren wieder den entgegengesetzten Weg eingeschlagen. Jetzt sei man im Mittel nur auf 35 dz/ha gekommen, einige Schläge hätten sogar unter 30 dz/ha gelegen. „Dabei waren wir schon wieder auf dem Weg zu 50 Doppelzentnern.“ Die Extremhitze Ende Juni sei der eine Negativfaktor gewesen, der Rapserfloh als schwer zu bekämpfender Schädling der andere. Für einige sei der Raps zur Risikopflanze geworden, sagt Fehmarns Bauernchef. Allerdings bleibt die Ölfrucht ein wichtiger Faktor in der Fruchtfolge. Beim Weizen dürfte der Ertrag nach Müllers Einschätzung nur bei knapp unter 100 dz/ha liegen – für die guten Bedingungen auf Fehmarn einfach zu wenig. Allerdings sei der Proteingehalt in Ordnung und auch die Feuchte okay. Zudem seien keine technischen Probleme beim Dreschen aufgetreten, Lagerungen habe es nicht gegeben.

Landwirte haben mit Kostendruck zu kämpfen

Zu kämpfen haben die Landwirte weiterhin mit dem Kostendruck. Die Düngemittel- und Energiepreise sind hoch, ebenso schlagen die Preissteigerungen bei Maschinen und Gerät zu Buche. Diese Kosten, so Müller, hätten sich zuletzt zwar etwas gefangen, „doch nicht in dem Maße, wie es erforderlich wäre, um zu den Produktpreisen zu passen“. Zudem schwankten die Preise stark und seien spürbar von äußeren Einflüssen wie Ukraine- und Irankrieg abhängig.

Hier könne er jedem Berufskollegen nur wünschen, ein glückliches Händchen zu haben. Beispielsweise könne ein guter Verkaufszeitpunkt für die erforderliche Liquidität in der Ernte sorgen. Auf der anderen Seite bestehe aber immer die Gefahr, sich zu verspekulieren. „Der Markt kann schnell kippen – in beide Richtungen.“ Deshalb sei eine Risikostreuung immer gut.

Dazu trägt auch eine Diversifizierung im Anbau bei. So sind Sommerungen wie Hafer, Sommergerste oder Ackerbohnen mittlerweile ein fester Bestandteil im Anbauportfolio von Fehmarns Landwirten. Beim Hafer hätten einige Landwirte mit dem regionalen Haferflockenproduzenten Brüggen Kontrakte abgeschlossen. Eine zeitlang sei die Braugerste stark nachgefragt gewesen, mittlerweile sei es aber weniger geworden, berichtet Fehmarns Bauernchef. Ackerbohnen dienten unter anderem als Futtermittel in der Schweineproduktion. Doch auch diese sei eher rückläufig, da der Konsum von Schweinefleisch abnehme.

Gunnar Müller geht nun davon aus, dass die aktuelle Weizenernte auf Fehmarn bis Mitte kommender Woche zum Abschluss gebracht werden kann. Dazu bräuchte es aber noch einmal fünf Tage trockenes Wetter am Stück. Mitte August sei dann ein „angenehmer Zeitpunkt“ Ackerbohnen zu ernten und die Rapsaussaat anzugehen, blickt er voraus.

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