„Kronprins Frederik“ hat Puttgarden verlassen und geht in die Abwrackwerft
Endstation Esbjerg
28.07.2026, 17:41 Uhr
Von:
Andreas Höppner
Fehmarnsches Tageblatt,
Heiligenhafener Post
Es ist vorbei. Die Scandlines-Fähre „Kronprins Frederik“ hat am Montag ihre letzte Fahrt beendet. Am Sonnabend hatte sie im Fährhafen Puttgarden ein letztes Mal abgelegt mit Zielhafen Esbjerg an der dänischen Nordseeküste. Hier wird sie nun nach 45 Betriebsjahren abgewrackt.
Diese letzte Reise führte die Fähre auf eine Tour in die Vergangenheit über den Großen Belt in Dänemark, unter der Storebæltbrücke hindurch, bevor sie um Skagen herum schließlich Kurs nach Esbjerg nahm. Dort traf sie Montagnachmittag ein und wurde an das dänische Recyclingunternehmen Smedegaarden A/S übergeben. „Es waren bewegende Tage für uns und nicht zuletzt für alle, die an Bord der ,Kronprins Frederik‘ ihren Dienst getan haben. Mehrere Besatzungsmitglieder haben über viele Jahre auf der Fähre gearbeitet. Es ist wehmütig, von dem Schiff Abschied nehmen zu müssen. Es hat uns über viele Jahre hinweg gut und zuverlässig gedient und viele schöne Momente auf See beschert“, erklärte Michael Guldmann Petersen, COO von Scandlines.
1981 in Dienst gestellt
Die „Kronprins Frederik“ wurde 1981 in Dienst gestellt und von der Dänischen Staatsbahn auf dem Großen Belt zwischen den Städten Korsør und Nyborg eingesetzt. Dort verkehrte sie bis 1997. Anschließend und bis heute fuhr die Fähre für die Reederei Scandlines. Zunächst von 1998 bis 2016 als Passagier- und Frachtfähre auf der Route Rostock – Gedser, zuletzt bis März 2026 als Frachtfähre auf der Route Puttgarden – Rødbyhavn, bevor sie durch die neue E-Fähre „The Baltic Whale“ ersetzt wurde. Nach 45 Jahren auf See sei das Schiff sehr wartungsintensiv geworden, ein Umbau hätte sich nicht gelohnt, erläuterte Scandlines-Sprecherin Susanne Lindhage.
„Mit der Indienststellung von ‚The Baltic Whale‘ sind neue, frische Kräfte hinzugekommen. Die Fähre zählt zu den größten Fähren weltweit, die ausschließlich mit Ladestrom von Land betrieben werden können. Damit sind wir unserem Ziel, bis 2040 ohne direkte Emissionen zu fahren, einen großen Schritt nähergekommen“, wirft Guldmann Petersen den Blick in die Zukunft.
Keinen Käufer gefunden
Wäre es nach den Verantwortlichen der Reederei Scandlines gegangen, dann hätte die „Kronprins Frederik“ auch noch weiterfahren können, doch Scandlines fand keinen Käufer. So blieb nur der wehmütige Weg in die Abwrackwerft.