Jörn Martensen erhielt beim Stadtempfang den Preetzer Bürgerpreis
Einsatz für Kultur und Denkmalpflege gewürdigt
04.06.2026, 14:18 Uhr
Von:
Volker Graap
der reporter Plön/Preetz
Goldschmied Jörn Martensen hat sich in Preetz sowohl um den Erhalt historischer Bausubstanz als auch um das kulturelle Leben verdient gemacht: Er hat eines der ältesten Häuser in der Schusterstadt erhalten und mit dem Umbau des Schweinestalls auf dem Hinterhof einen kleinen Ort für Kunst, Musik und Theater geschaffen. Für diesen Einsatz wurde er am 29. Mai im Rahmen des Stadtempfanges der Stadt Preetz mit dem diesjährigen Bürgerpreis ausgezeichnet.
„Es gab sechs Vorschläge. Wir haben uns für zwei Preisträger entschieden und den Preis geteilt“, erklärte Jury-Mitglied Ralf Reikat. Vor Ort konnte er schon einmal die Laudatio auf Jörn Martensen halten. „Er beweist, dass es bürgerschaftliches Engagement auch außerhalb des Ehrenamtes gibt und man auch ganz privat Dinge zum Wohle von Preetz bewegen kann.“ Martensen gehörte einst zu den jüngsten Kommissaren der Kripo Plön, bevor er 1992 den Polizeidienst verließ und sich als Goldschmied selbstständig machte. Er richtete die Goldschmiede in dem 300 Jahre alten Gebäude gegenüber der Stadtkirche ein. „Ich mache mein Ding, egal was die anderen sagen“ sei bis heute sein Motto.
Bald darauf wurde der Stall hinter dem Fachwerkhaus zu seinem Hobby: Er baute ihn zu einer kleinen, aber feinen Veranstaltungslocation um. In den vergangenen Jahren haben hier Konzerte, Lesungen, Theaterabende und Ausstellungen stattgefunden. „Dort flutet einem Kultur geradezu entgegen“, schwärmte Reikat. Es sei Martensens Herzensangelegenheit, hier auch einen Ort der Begegnung zu schaffen. Für dieses herausragende kulturelle Engagement überreichten Bürgermeister Tim Brockmann und Stadtpräsident Hans-Jürgen Gärtner schließlich den Bürgerpreis samt Ehrenurkunde.
Jörn Martensen erinnerte daran, dass auch schon die Generationen vor ihm das historische Haus jeweils nach ihren Möglichkeiten erhalten haben. „Ich fülle es mit Leben, und das hat es verdient“, betonte der Preisträger und fügte hinzu: „Kultur ist eine zarte Pflanze und blüht meistens im Verborgenen. Im ,Stall 54’ kommt sie ans Licht. Und so soll es auch weitergehen!“ Mit der beim Empfang aufspielenden Big Band des FSG wurde spontan ein Gartenkonzert vereinbart.
Den anderen Teil des Kultur-Bürgerpreises erhalten Frauke Bosch und Claudia Siemsen, das seit Jahrzehnten eingespielte Regie-Duo der Niederdeutschen Bühne Preetz. Der Preis wird im Rahmen der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Sport und Kultur am 23. Juni um 19 Uhr im Ratssaal verliehen. Mehr über den Stadtempfang in der Mensa der Schulen am Hufenweg lesen Sie im nächsten Reporter.