17 Stationen, volle Stempelkarten und ein neuer Kult(o)urtaler

Eine Stadt im Kult(o)urfieber

01.09.2026, 19:58 Uhr
Von:
Heiligenhafener Post

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Pastor Caspar de Boor und Pastorin Lea Zora Schmitt sowie Tourismusleiter Eike Doyen und Bürgermeister Kuno Brandt eröffneten in der Stadtkirche die Kult(o)urnacht 2026.

Pastor Caspar de Boor und Pastorin Lea Zora Schmitt sowie Tourismusleiter Eike Doyen und Bürgermeister Kuno Brandt eröffneten in der Stadtkirche die Kult(o)urnacht 2026. © Peter Foth

Kunst, Musik und besondere Einblicke: Bei der Kult(o)urnacht wurde Heiligenhafen wieder zur großen Kulturbühne. An 17 Stationen konnten Besucherinnen und Besucher entdecken, zuhören, mitmachen und Stempel für den begehrten Kult(o)urtaler sammeln.

Petrus muss ein Kulturfreund sein, denn trotz Regenvorhersagen sorgte er für trockenes Wetter bei der Kult(o)urnacht 2026. So konnten die zahlreichen Besucherinnen und Besucher das kulturelle Angebot auf den zahlreichen Stationen genießen und die erforderlichen zehn Stempel ergattern, die für den Erwerb des Kult(o)urtalers erforderlich waren, den in diesem Jahr der Tourismus-Service Heiligenhafen gesponsert hatte.

In der Stadtkirche eröffneten Bürgermeister Kuno Brandt, Tourismusleiter Eike Doyen, Pastor Caspar de Boor und Pastorin Lea Zora Schmitt (Neukirchen) das Kulturevent des Jahres. Bürgermeister Brandt nannte die Kult(o)urnacht etwas ganz Besonderes, denn sie bringe Menschen zusammen und lade dazu ein, die Stadt einmal aus einer ganz anderen Perspektive kennen zu lernen und zu erleben. An diesem Abend gehe es darum, miteinander ins Gespräch zu kommen und Neues zu entdecken sowie gemeinsam schöne Momente zu erleben, so Kuno Brandt. Der Bürgermeister dankte den Künstlerinnen und Künstlern, den Organisatoren sowie allen Helferinnen und Helfern, die dazu beigetragen haben, dass die Kult(o)urnacht so stattfinden könne.

Sein besonderer Dank galt Tourismusleiter Eike Doyen und seinem Team, das maßgeblich für die Organisation und Umsetzung der Kult(o)urnacht verantwortlich war. Mit einem Blick ins Programmheft verwies der Bürgermeister auf die insgesamt 17 Stationen der Kult(o)urnacht. Auf der Rückseite des Flyers konnten die Besucher Stempel sammeln. Wer mindestens zehn Stationen besuchte, durfte sich den begehrten Kult(o)urtaler sichern.

Kuno Brandt verwies zudem auf eine besondere Möglichkeit im Reeder-Zimmer der Familie Maßmann: Wer sich schon immer einmal ins Goldene Buch der Stadt Heiligenhafen einschreiben wollte, konnte dies dort tun. Gleichzeitig war eine Ausstellung zum 100-jährigen Bestehen des Rathauses zu sehen. Wie Bürgermeister Kuno Brandt betonte, solle der Überschuss von Spenden aus der Kult(o)urnacht für eine Klönbank verwendet werden, die dann auf der Lauritzhöhe im neugestalteten Stadtpark aufgestellt werden soll.

Tourismusleiter Eike Doyen betonte, dass die Kult(o)urnacht dafür gedacht ist, Menschen zusammen zu bringen und ihnen das Kulturgut der Stadt näher zu bringen. Der Kulturtaler sei in diesem Jahr in einem lebensfreundlichen Rosaton gehalten, was für all die Lebensfreude in dieser schönen Stadt stehen solle.

Auch das Pastorenteam der Region Wagrien, vertreten durch Pastorin Lea Zora Schmitt (Neukirchen) und Pastor Caspar de Boor (Heiligenhafen), begrüßte Kunst- und Kulturschaffende, Ehrenamtliche und Hauptamtliche, Neugierige und Zuschauende in der Stadtkirche zur Kult(o)urnacht. „Früher gab es mehr Regeln, das war auch in Heiligenhafen so. Wenn man unverheiratet war, wurde man am Abend daran erinnert, nur nicht zu spät nach Hause zu kommen. Heute haben sich die Regeln geändert, denn wir Pastoren fordern sie auf besonders lange auf zubleiben und das Angebot dieser Kulturnacht zu genießen“, sagte Pastor Caspar de Boor. „Wir beginnen hier in der Stadtkirche die Kulturnacht und beenden sie auch in der Stadtkirche um Mitternacht mit dem Abendsegen.“

Der SVH-Shantychor eröffnete am Kommunalhafen mit maritimem Liedgut die Kult(o)urnacht.

Der SVH-Shantychor eröffnete am Kommunalhafen mit maritimem Liedgut die Kult(o)urnacht. © Peter Foth

Heiligenhafen zeigt seine Vielfalt

Bereits rund um die Kirche gab es so viele Angebote, dass man schon etwas Zeit mitbringen musste, wenn man afrikanisches Essen genießen, das musikalische Angebot im Heimatmuseum erleben oder die Aktivitäten rund um die „Alte Schneiderei“ besuchen wollte. Dazu gab es Kirchturmbesteigungen mit Küster Markus Bauer.

Im Carport vor dem Pastorat hatte die Warderschule einen Stand aufgebaut. „Die Welt zu Gast an der Warderschule“ hieß eine Ausstellung, bei der Schülerinnen und Schüler mit ihren Herkunftsgeschichten im Mittelpunkt standen. Amelia Baranowska (14) kam aus Polen, Hermann Leachchenko (11) und Viktora Kovarska (14) aus der Ukraine. Alle drei haben in Heiligenhafen eine neue Heimat gefunden.

Pünktlich um 18 Uhr eröffnete der Shantychor der Segler-Vereinigung-Heiligenhafen mit Shantys und Seemannsliedern die Kult(o)urnacht am Hafen. Auf dem Marktplatz spielte der Spielmannszug Heiligenhafen auf.

Gefragt war auch das afrikanische Essen, das auf dem Kirchberg angeboten wurde.

Gefragt war auch das afrikanische Essen, das auf dem Kirchberg angeboten wurde. © Peter Foth

Mit fast 100 Besuchern bei der Friedhofsführung hatten Wolfgang Knorr und Pastor Caspar de Boor nicht gerechnet. „Beim nächsten Mal müssen wir kleinere Gruppen und mehr Termine planen“, sagte Knorr, der sich zugleich über das große Interesse an der Führung freute.

Völkerverbindend ging es auch beim Bürger-Kontor in der Fischerstraße zu. Unter dem Motto „Gekommen, um zu bleiben“ gab es ein wechselndes internationales Musikprogramm. Musik und Lieder aus aller Welt präsentierte Samuel in der Stadtbücherei. Zu einer maritimen Lesung hatte Klaus Lengwenings ins Hafenhotel eingeladen. Die Volkshochschule stellte im Gemeindesaal ihr Angebot vor. Historische Musik, aber auch Shantys und Schlager waren in der Sparkasse zu hören.

Zu einem Besuchermagneten wurde das Rathaus mit seinem Rathaushof, wo die Große Bürgergilde Quartier bezogen hatte. Die Gildekapelle sorgte für den musikalischen Rahmen, auch für das leibliche Wohl der Besucherinnen und Besucher war gesorgt.

Zum Abschluss der Kult(o)urnacht konnten Gäste der Stadtkirche noch ein Konzert des Holy Harbour Gospelchors genießen. Draußen vor der Kirche bildeten sich unterdessen lange Schlangen bei der Ausgabe des Kult(o)urtalers.

Auch die „Tanzmäuse“ und die "Dance Devils" des TSV hatten auf der Wiese an der Kirche ihren großen Auftritt.

Auch die „Tanzmäuse“ und die "Dance Devils" des TSV hatten auf der Wiese an der Kirche ihren großen Auftritt. © Peter Foth

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