Eichkampsanierung: eine Herausforderung für die Betriebe

24.05.2026, 11:05 Uhr
der reporter Plön/Preetz

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Luftaufnahme vom vergangenen Herbst, das die wandernde Baustelle rund um den Eichkamp zeigt.

Luftaufnahme vom vergangenen Herbst, das die wandernde Baustelle rund um den Eichkamp zeigt. © hfr

Es ist unbestritten: Sanierungsarbeiten wie die des Schönberger Eichkamps sind wichtig und müssen sein. Niemand stellt die Notwendigkeit in Abrede. Ist die Durchführung geglückt? Im Gespräch mit einigen Gewerbevereinsmitgliedern tun sich teils unterschiedliche Perspektiven auf. Und mittelbar schwingt der Appell mit: Liebe Kunden, wir in Schönberg sind für euch da und halten unser gutes Angebot für euch vor Ort bereit.

„Wir versuchen, das Beste daraus zu machen“, sagt Jürgen Puck, Inhaber des Blumenhauses Puck auf dem Eichkamp 25: „Ich bin zu Coronazeiten hier gewesen – ich bin auch jetzt da.“ Lob hat er für die Unterstützung durch die Bauarbeiter, die sich sehr hilfsbereit zeigten. Und um die Passierbarkeit deutlich sichtbar zu machen, habe er selbst Plakate als Hinweisgeber kreiert, dass selbst Menschen mit Geheinschränkungen durch die Baustelle gelangen können. Und auch, dass es kein Problem ist, Hilfe beim Verladen seines Blumeneinkaufs zu bekommen, jetzt, da die Fahrzeuge ein Stück weiter weg vom Geschäft geparkt werden müssen. Jürgen Puck schätzt die Distanz auf rund fünfzig Meter. „Wir auf dem Land sind es gewohnt, auf den Hof fahren zu können und unseren Einkauf mitzunehmen“, stellt er fest. Dieses wegen der Baustelle nicht zu können, erweise sich als ein Hindernis.

„Die Kunden, die jetzt kommen, kommen gezielt“, erklärt er. Anders sehe es aber bei jenen Blumenkunden aus, die sonst „mal eben“ vorbeifahren würden, um spontan einzukaufen, die es sich nun aber beim Lesen der „Eichkamp gesperrt“ Information anders überlegten.

Im Mai ist die Saison der Beet- und Balkonpflanzen. Gerade mit Blick auf die verschiedenen Feiertage spielt auch der Absatz frischer Schnittblumen eine wichtige Rolle. Die Frage nach einem günstigeren Zeitpunkt für die Eichkampsanierung stellt sich für Jürgen Puck aber nicht. „Passen wird es nie. Und irgendwas ist immer“, beurteilt er die Lage. „Ich werde da sein und das Sortiment aufrechterhalten.“

Moritz Heitmann, Geschäftsführer der Raiffeisen Energie Nord in Schönberg, stellt positiv fest: „Die Kommunikation mit der Gemeinde Schönberg war immer sehr gut.“ Auch sei man seitens der Kommune zur Baubesprechung mit einbezogen worden. Die Telekom, die Kabel neu verlegen musste, habe sich in Bezug auf Termininformationen als unterschiedlich kommunikativ erwiesen: „Es gab Infos dazu – aber auch nicht immer.“ Das blieb nicht ohne Folgen, denn „dann waren wir eben bei der Verlegung offline“, erklärt Moritz Heitmann. „Das hat dann dazu geführt, dass wir nicht arbeiten konnten.“

Ein Heranfahren ist derzeit nicht möglich, aber natürlich hilft das Blumenhaus Puck seinen Kunden, ihren Einkauf zum Fahrzeug zu bringen.

Ein Heranfahren ist derzeit nicht möglich, aber natürlich hilft das Blumenhaus Puck seinen Kunden, ihren Einkauf zum Fahrzeug zu bringen. © hfr

Die Baustelle habe sich auf die Tankstellenumsätze und die Laufkundschaft ausgewirkt. Dabei sei die Zufahrt von der Rückseite des Grundstücks her geregelt, erklärt Moritz Heitmann. „Die Stammkunden mit Kundenkarte haben das im Blick“, sagt er, „aber die anderen, auch Lkw vor allem, fahren hier einfach nicht rein.“ Das sei an der Tankstelle zu merken. Und das, obwohl eigentlich alles gut ausgeschildert sei.

Antje Wenzel, Inhaberin des Schönberger Landmarktes, zieht als von den Auswirkungen Betroffene ein gemischtes Resümee. Eine umsichtige Baustellenplanung, die nicht nur das Problem der Zufahrt zu den ansässigen Unternehmen löst, sondern auch die Bedeutung einer klar lenkenden Ausschilderung im Blick hat, gehört aus ihrer Sicht zu den wesentlichen Punkten. Allem voran wäre bei abschnittsweise geplanten und ausgeführten Bauarbeiten aus ihrer Sicht wünschenswert, schon im Voraus zu bedenken, wie ganz bestimmte Zeiten im Jahr auf jeweils betroffene Gewerbebetriebe wirken könnten. Beziehungsweise wie diese auf das Kundenverhalten wirken könnten. Denn sind bestimmte Firmen explizit auf saisonale Spitzenzeiten angewiesen, mögen schwierige Zuwegungen, die für den Monat zu erwartende Frequenz reduzieren, gibt sie zu bedenken.

„Ich sehe ja, dass die Sanierung sein muss“, pflichtet Antje Wenzel der Durchführung der Maßnahmen auf dem Eichkamp bei. Doch die jeweiligen Kernpunkte der betroffenen Unternehmen sieht sie in der Planung nicht berücksichtigt. Der saisonale Kontext sei aber nicht nur für den Landmarkt von Bedeutung, der Zeitpunkt und die Länge einer baustellenbedingt behinderten Zufahrt aufgrund der Auswirkungen damit nicht beliebig. „Der Beginn der Baustelle ist zumindest für mich der absolut falsche Zeitpunkt gewesen“, resümiert sie. Da hätte zumindest eine klare professionelle Ausschilderung, dass und wie man zu welchen Unternehmen kommt, die Situation verbessern können, ist Antje Wenzels Überzeugung. Vor allem mit Blick auf die Entscheidung der Kunden, welche Wege sie einschlagen wollen. Zugleich stellt sie sich die Frage, warum ein einzelner Bauabschnitt so lange dauern müsse. Auch das sei aus ihrer Sicht eine große Herausforderung für das jeweils betroffene Unternehmen.

Eigentlich sollten alle zusammenhalten, findet sie. „Wir sind ein Dorf: Alle sind eben regional für den anderen da, das macht es aus mit den kleinen Betrieben.“

„Ich glaube, das war für alle nicht einfach“, meint auch Gewerbevereinsvorsitzender Knut Lindau. „Der erste Bauabschnitt war schon schwierig - weil's länger gedauert hat.“ Ebenso sei der zweite „nicht ganz einfach“ gewesen. Positiv anzumerken sei aber, dass die Gemeinde sich entschlossen hatte, „die Anlieger nicht kostenmäßig zu beteiligen“, hebt er hervor. Die Befürwortung der Sanierung stünde außer Frage: „Das alles musste ja gemacht werden“, gibt Lindau zu bedenken.

Fußgängerzugang zum Blumenhaus Puck durch die Baustelle.

Fußgängerzugang zum Blumenhaus Puck durch die Baustelle. © hfr

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