Drittes Element nach Stadt Heiligenhafen benannt
Drittes Tunnelelement abgesenkt
02.08.2026, 17:37 Uhr
Von:
Andreas Höppner
Fehmarnsches Tageblatt
Das dritte von insgesamt 89 Tunnelelementen liegt seit Sonnabend im ausgehobenen Tunnelgraben und ist vor Lolland durch das beauftragte Bauunternehmen Femern Link Contractors (FLC) erfolgreich an das zweite Element angedockt worden. Das teilt Femern A/S in einer Pressenotiz mit.
Demnach begann am Donnerstagabend die kurze Reise des 217 Meter langen und 73500 Tonnen schweren Tunnelelements, das von fünf Schleppern zum Tunnelgraben etwa 500 Meter vor der Küste Lollands transportiert wurde. Im Anschluss startete das eigentliche Absenken, und Sonnabendmorgen war das Element erfolgreich mit dem bereits installierten Teil des Tunnels verbunden.
Tunnelelemente nach Orten und Regionen benannt
Da die Feste Fehmarnbelt- querung eine zentrale Rolle spielt im skandinavisch-mediterranen Verkehrskorridor, hat sich die Sund & Bælt Holding A/S entschieden, jedes Element nach verschiedenen Orten, Städten und Regionen entlang des Nord-Süd-Korridors zu benennen. Das dritte Tunnelelement trägt den Namen Heiligenhafen, das erste heißt Rødbyhavn, das zweite ist nach der schwedischen Stadt Lund benannt worden.
Im Zuge des Ausbaus der Schienenanbindung für den Fehmarnbelttunnel entsteht in Höhe Lütjenbrode ein gemeinsamer Haltepunkt der Kommunen Heiligenhafen und Großenbrode, der die Warderstadt an die elektrifizierte Bahntrasse anbinden wird. „Mit der verbesserten Anbindung gewinnt Heiligenhafen an zusätzlicher Attraktivität“, ist sich Heiligenhafens Bürgermeister Kuno Brandt sicher. „Lübeck wird künftig in 39 Minuten mit dem Regionalzug erreichbar sein und Dänemark rückt in greifbare Nähe. Das bringt neuen Schub für den Tourismus sowie das Leben und Arbeiten in der Region und eröffnet auch für Pendlerinnen und Pendler ganz neue Perspektiven. Diese Chancen möchten wir nutzen und arbeiten insbesondere daran neue, dringend benötigte Gewerbeflächen zu schaffen.“
Verzögerungen auf beiden Seiten
Doch bis es in die Tat umgesetzt sein wird, werden noch einige Jahre ins Land gehen. Der Absenkprozess der Tunnelelemente hat sich bekanntlich um rund zwei Jahre verzögert, zudem soll zunächst nur der Straßenteil des Tunnels ausgebaut werden, erst im Anschluss dann der Schienenteil. Auch auf deutscher Seite hakt es. Mit einer Fertigstellung der Hinterlandanbindung mit Fehmarnsundtunnel wird nicht vor 2033 gerechnet.
Auf jeden Fall haben sich nun schon die Intervalle bis zum Absenken des nächsten Tunnelelements verkürzt. Anfang Mai war das erste Element abgesenkt worden, Ende Juni das zweite, am 1. August das dritte.
Erfahrungen sammeln bei jedem Absenken
Lasse Vester, stellvertretender Vertragsdirektor bei Sund & Bælt, sagt hierzu: „Jeder Absenkvorgang ist eine anspruchsvolle Präzisionsaufgabe, bei der viele Komponenten zusammenspielen müssen. Deshalb sind wir sehr zufrieden, dass nun ein weiteres Element sicher auf dem Meeresboden liegt. Mit jedem Absenken sammelt das Bauunternehmen FLC weitere wichtige Erfahrungen, die den kontinuierlichen Fortschritt der Bauarbeiten sichern sollen.“
Das installierte Element wird nun mit Steinen und Schotter bedeckt, um es im Tunnelgraben zu sichern. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen für das Absenken des nächsten Elements.