Preetzer Ruta-Stiftung zeichnet soziales Engagement mit 7.000 Euro aus
Drei starke Beispiele für gelebtes Ehrenamt
30.06.2026, 12:07 Uhr
Von:
Volker Graap
der reporter Plön/Preetz
Mit ihrem Gedächtnispreis würdigte die Preetzer Ruta-Stiftung in diesem Jahr gleich drei Beispiele vorbildlichen sozialen Engagements. Der Stiftungsvorstand hatte beschlossen, die zum 27. Mal vergebene Auszeichnung aufzuteilen: Je 3.000 Euro gingen an den Elternverein „Die Wühlmäuse“ und das Team vom „Café Duft“, weitere 1.000 Euro erhielt das Blutspende-Helferteam des DRK-Ortsvereins Preetz.
„Diese Stiftung ist ein immenser Gewinn für unsere Stadt. Seit der Gründung sind 176.000 Euro an Fördermitteln in die Stadtgesellschaft geflossen – Geld, das das Miteinander stärkt“, würdigte Bürgermeister Tim Brockmann am Sonntag bei der Preisverleihung im Haus der Diakonie vor allem die „visionäre Idee“ von Stifter Hans Jürgen Ruta. Dieser hatte die Stiftung, die im jährlichen Wechsel soziale Zwecke und die Kunst fördert, 1999 zum Gedenken an seine Mutter und Großmutter, Margarete Luise Christina Ruta und Marie Helena Ruta, gegründet.
Was eine Stadt lebendig und menschlich macht, verkörpern die „Wühlmäuse“: Hier haben Eltern vor gut 25 Jahren die Initiative ergriffen, um einen Waldkindergarten aus der Taufe zu heben. „Was damals belächelt wurde, ist heute ein Erfolgsmodell, das sogar international Beachtung findet“, lobte Brockmann in seiner Laudatio die Ehrenamtler. Inzwischen würden bei den „Wühlmäusen“ Mädchen und Jungen vom Kabbel- bis zum Jugendalter die Natur bei Wind und Wetter mit allen Sinnen entdecken. Die Vereinsvorsitzende Irmela Will kündigte an, das Preisgeld für die Erneuerung eines Zeltes zu verwenden. Dieser Unterschlupf sei für besonders widrige Wetterbedingungen sehr wichtig.
Die Laudatio auf das „Café Duft“ und dessen 17-köpfiges Helferinnen-Team hielt Propst Erich Faehling, dem der Duft von Kaffee, Kuchen und Torten tagtäglich im Haus der Diakonie um die Nase weht. „Vor 25 Jahren wurde diese ehrenamtliche Arbeit begonnen, fünf Jahre zuvor wurde das Gebäude eingeweiht. Schon damals hatte Architekt Gunnar Seidel so eine Einrichtung eingeplant, damit die Menschen, die hier Rat und Hilfe suchen, nicht als sofort als Klienten wahrgenommen werden, sondern als jemand, der hier nur eine Tasse Kaffee trinken möchte.“ Das Café habe sich im Laufe der Zeit zu einer Adresse in Preetz entwickelt, bis die Corona-Krise für eine existenzielle Pause sorgte. „Es brauchte Zeit, das Projekt neu anzuschieben. Aber man hat sich getraut und die Herzen vieler Menschen erreicht“, so Faehling. Auch 16 verschiedene Gruppen – vom Rentnerstammtisch bis zum Stricktreff – werden hier regelmäßig verköstigt. „Und das Besondere ist: Es gibt zwar Preise, aber jeder darf das bezahlen, was er kann.“ Wer nichts geben kann, zahlt nichts. Dafür gibt ein anderer Gast vielleicht mehr – so ermöglichen die Ehrenamtler Teilhabe. Und mit 4,50 Euro ist der Preis für Kaffee und ein Stück Kuchen ohnehin sehr human. Dieses Prinzip hat sich das „Café Duft“-Team übrigens in Neapel abgeschaut, wo der „Caffè sospeso“ gelebte Solidarität darstellt. Der Förderbetrag in Höhe von 3.000 Euro soll in einen Windfang investiert werden.
Anerkennung erfahren schließlich auch die „Damen und Herren in Rot“, rund zwei Dutzend DRK-Helfer im Alter von Mitte 50 bis 93 Jahren, die sich kontinuierlich mit Zeit, Energie und Herzlichkeit um die kulinarische Versorgung der Preetzer Blutspender kümmern. „Bei Blutspendeaktionen denkt man oft an die Spender, aber weniger an das, was dahintersteht. Das Helferteam beweist großen Einsatz und Organisationstalent – und das Büfett, das für das leibliche Wohl der Spender aufgetischt wird, ist legendär und trägt dazu bei, dass Preetz das höchste Blutspendeaufkommen im Kreis Plön hat“, lobte Bürgermeister Brockmann. Viele der Aktiven seien schon seit 25 Jahren dabei, ihre Motivation seien die Freude am Tun und an der guten Tat. „Ihr Engagement rettet nicht nur Leben, es macht unsere Gemeinschaft herzlicher und wärmer“, so Brockmann. DRK-Chef Thomas Kretke dankte für die entgegengebrachte Wertschätzung. „Wenn man davon ausgeht, dass jede Blutkonserve ermöglicht, ein Leben zu retten, sind wir froh über jeden Spender, der zu den Terminen kommt.“ Nach dem Corona-Tiefpunkt habe der Ortsverein fast schon die Teilnehmerzahlen früherer Blutspendeaktionen erreicht. Neue Gesichter im Blutspende-Helferteam seien jederzeit gern gesehen. Und vielleicht finden sich tatsächlich über die Publicity weitere Mitstreiter, denn auch das soll der Ruta-Preis sein: Werbung für das Ehrenamt.