Kostenexplosion bei Schwimmhallen-Sanierung: Sondersitzung der Ratsversammlung geplant

Die Ursache ist noch nicht gefunden

09.07.2026, 13:31 Uhr
Von: Volker Graap
der reporter Plön/Preetz

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In der Ratsversammlung stellte Bürgermeister Tim Brockmann einen Sachstandsbericht vor.

In der Ratsversammlung stellte Bürgermeister Tim Brockmann einen Sachstandsbericht vor. © Volker Graap

Über 100 Prozent – eine Kostensteigerung in dieser Dimension habe er in 23 Jahren als Stadtvertreter noch nicht erlebt, stellte Wolf Bendfeldt (FWG) auf der letzten Sitzung der Preetzer Ratsversammlung fest. Es ging um die Kostenexplosion von 2,3 auf 5 Millionen Euro bei der Schwimmhallen-Sanierung.

Preetz – Wir berichteten bereits. In die Angelegenheit müsse die Verwaltung Aufklärung und Transparenz hineinbringen. Außerdem müsse geklärt werden, wie die im Budget nicht abgebildeten Mehrausgaben rein rechtlich „geheilt“ werden können – in einem Nachtragshaushalt oder als überplanmäßige Ausgabe. In jedem Fall aber benötige es einen Beschluss der Ratsversammlung, so Bendfeldt. Er kritisierte die späte Information der Ratsmitglieder, diese hätte unverzüglich erfolgen müssen, so der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses.
Auch Vertreter von CDU, SPD BGP und Grünen beklagten die zunächst nur als Mitteilung in einer Hauptausschusssitzung am 10. Juni erfolgte Kurzinfo. Die Ratsversammlung verabschiedete einen Fragenkatalog, den die Verwaltung nun detailliert beantworten muss.

Zuvor legte Bürgermeister Tim Brockmann den Sachstand dar. Das beauftragte Ingenieurbüro Bornholdt hat für die Erneuerung der Badewassertechnik, der Trinkwassertechnik und der Elektrik sowie Ingenieurhonorare insgesamt eine Kostenschätzung von 2,3 Millionen Euro brutto errechnet. Nach dem Baubeginn am 1. Januar 2025 wurde im Februar bekannt, dass es wegen Schadstoffverdachts zu acht Wochen Verzögerung kommt. Im Juli wurde bekannt, dass sich die Sanierung bis November verzögern werde. Wegen einer ergebnislosen Ausschreibung für die Leittechnik waren außerdem Mehrkosten in Höhe von 600.000 Euro zu erwarten. „Allerdings war zwei Monate vor Wiedereröffnung noch alles im Lot, im Kostenrahmen“, so Bürgermeister Brockmann. Erst als am 20. April das Ingenieurbüro eine Honorarnachforderung über 150.000 Euro geschickte, sei klar geworden, dass das Budget überschritten wurde. Da die bereits getätigten Auszahlungen nicht mehr über den Haushaltsansatz gedeckt werden, liegt ein haushaltsrechtlich unzulässiger Zustand vor. Brockmann warb dafür, diesen Zustand durch Beschluss einer überplanmäßigen Ausgabe zu heilen. Warum das Budget in dieser Größenordnung überschritten wurde, untersucht die Stadtverwaltung noch – die genauen Ursachen sind ihr noch nicht bekannt.

Nähere Information erhoffen sich die Kommunalpolitik nun von einer Sondersitzung der Ratsversammlung am Donnerstag, 16. Juli, um 19 Uhr im Ratssaal. Dann steht die Genehmigung einer überplanmäßigen Auszahlung auf der Tagesordnung – und die dürfte wohl nur erfolgen, wenn die Hintergründe schlüssig dargelegt werden.

In der Sitzungsvorlage bittet die Stadtverwaltung darum, Mehrkosten von insgesamt 1,45 Millionen Euro zu bewilligen. Als Deckung für die überplanmäßige Auszahlung werden nachfolgende investive Maßnahmen vorgesehen:
- Verschiebung Ausbau zum Wasserwerk (590.000 Euro)
- Verschiebung Grunderwerb (410.000 Euro)
- Abriss, Planung und Entwicklung Bugenhagenhaus-Grundstück (500.000 Euro)
Die Deckung über den Gesamthaushalt 2026 wäre somit gegeben.

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