„Klimaschutz muss pragmatisch sein, nicht politisch“

Die Gemeinde Ahrensbök setzt auf einen bürgernahen Kimaschutz

01.09.2026, 12:49 Uhr
Von:
der reporter Eutin/Malente

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Björn Ehlers möchte mit einem nachhaltigen Klimaschutzkonzept die Gemeinde Ahrensbök zukunfts- und widerstandsfähiger gegenüber äußeren Einflüssen machen.

Björn Ehlers möchte mit einem nachhaltigen Klimaschutzkonzept die Gemeinde Ahrensbök zukunfts- und widerstandsfähiger gegenüber äußeren Einflüssen machen. © Burgdorf

Seit Oktober 2025 ist Björn Ehlers als Klimaschutzmanager der Gemeinde Ahrensbök damit befasst, im Rahmen des Erstvorhabens ein umfassendes, integriertes Klimaschutzkonzept zu erstellen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) bis zum 30. September 2027 gefördert. Und bis dahin ist auch die Stelle des 29-jährigen studierten Geografen aus Kiel befristet.

„Natürlich musste sich Herr Ehlers nicht nur in die Materie einarbeiten, sondern auch das gesamte Arbeitsumfeld kennenlernen. Aber es hat sich bereits erwiesen, dass er ein großer Gewinn für uns ist. Wir alle müssen uns mit dem Thema des sich verändernden Klimas auseinandersetzen. Daher ist das, was Björn Ehlers macht, sehr wichtig“, betont Ahrensböks Bürgermeister Andreas Zimmermann.

Es war ein langer Weg bis zur befristeten Einstellung des Klimaschutzmanagers. „Seit 2019 wurden mit allen entscheidenden Stellen Gespräche geführt, um das Thema eines Beauftragten für den Klimaschutz anzugehen. Seit fast einem Jahr begleitet Herr Ehlers nun alle klimarelevanten Projekte, die hier im Haus vorbereitet und umgesetzt werden. Außerdem hat er auch bereits ein umfassendes Netzwerk aufgebaut“, beschreibt der Leiter des Bauamtes, Peter Mowka, die Arbeit des Klimaschutzmanagers.

„Klimaschutz wird in Ahrensbök als Teil einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Gemeindeentwicklung verstanden. Dabei sollen ökologische, ökonomische und soziale Belange gemeinsam betrachtet werden. Neben der Reduktion von Treibhausgasemissionen stehen deshalb auch Lebensqualität, Daseinsvorsorge, Resilienz und langfristige Handlungsfähigkeit der Gemeinde im Mittelpunkt“, erläutert Ehlers den Leitgedanken des Klimaschutzmanagements, bei dem die drei Punkte, nämlich die Erstellung des integrierten Klimaschutzkonzeptes, eines Mobilitätskonzeptes und einer kommunalen Wärmeplanung eine zentrale Stellung einnehmen.

Für das integriertes Klimaschutzkonzept, bei dem die Gemeinde vom Kieler Fachbüro Zeiten°Grad unterstützt wird, werden aktuell Energie- und Treibhausgasbilanzen erfasst, um daraus Ziele und konkrete Maßnahmen zu entwickeln.

Die Gemeinde Ahrensbök ist mit ihren Dorfschaften mit insgesamt über 95 Quadratkilometern eine der größten Gemeinden in Schleswig-Holstein. Daher ist die zukünftige Entwicklung der Mobilität ein wichtiges Handlungsfeld, bei dem Erreichbarkeit und Lebensqualität, als auch Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen im Fokus stehen müssen.

Die kommunale Wärmeplanung ist ein weiterer Schwerpunkt, der gemeinsam mit dem Zweckverband Ostholstein bearbeitet wird. Sie soll eine strategische Grundlage dafür schaffen, wie die Wärmeversorgung langfristig zukunftsfähig weiterentwickelt werden kann.

„Wichtig ist bei all den Vorhaben, die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen. Denn Klimaschutz muss pragmatisch und nicht politisch angegangen werden“, stellt Zimmermann fest. Mit einer Auftaktveranstaltung, für die noch kein Termin feststeht, sollen der Erarbeitungsprozess des Klimaschutzkonzeptes vorgestellt, erste Themen eingeordnet und Möglichkeiten zur Beteiligung aufgezeigt werden. Am 5. Oktober wird es in der Zeit von 9 bis 16 Uhr im Ahrensböker Rathaus eine Energie- und Klimaschutzsprechstunde geben. Sie soll den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit bieten, sich zu Fragen rund um Energie und energetische Themen beraten zu lassen.

„Wir wollen die Menschen bei dem Projekt von vorneherein mitnehmen. Daher hat Björn Ehlers zum Beispiel einen engen Kontakt zur Arnesbokenschule hergestellt, um mit den Schülerinnen und Schüler insbesondere zu Themen nachhaltiger Entwicklung und möglicher gemeinsamer Projekte ins Gespräch zu kommen. Es ist wichtig, die Kinder und Jugendlichen frühzeitig mit ins Boot zu holen, um Verständnis für das Thema zu schaffen. Den Erwachsenen wollen wir natürlich nicht die Welt erklären, aber sie können sich mit ihren Fragen zu den verschiedenen Themenbereichen des Klimaschutzes an uns wenden“, erklärt Peter Mowka, dem es sehr wichtig ist, die Stelle des Klimaschutzmanagers auch über die Förderzeit hinaus zu besetzen.

„Nachhaltige Gemeindeentwicklung bedeutet für mich, Gegenwart und Zukunft so zu gestalten, dass ökologische, ökonomische und soziale Belange zusammengedacht werden. Klimaschutz kann Lebensqualität, Daseinsvorsorge und die Widerstandsfähigkeit unserer Gemeinde stärken und ist ein wichtiger Beitrag zur Lebenssicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger“, beschreibt Ehlers die Kernaussage seiner Arbeit. Das integrierte Klimaschutzkonzept soll bis zum Frühjahr 2027 fertiggestellt sein.

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