Das Dorfleben unter Dach und Fach gebracht
Der Süseler Dorftreff ist eine Location für alle Fälle
22.06.2026, 08:20 Uhr
Von:
Astrid Jabs
der reporter Eutin/Malente
„Wir freuen uns, dass so viel in so kurzer Zeit geschehen ist“, sagte Pastor Matthias R. Hieber anlässlich eines Kennlernabends für Institutionen, Gruppen, Unternehmen und Parteien im Süseler Dorftreff.
Und das passende Geschenk hatte der Seelsorger auch mitgebracht: Fünf Kisten Kirchensecco übergab er – und für Sektlaune in der Dorfgemeinschaft gab es reichlich Grund. Denn der Dorftreff im ehemaligen St. Laurentiuskindergarten funktioniert: Kaffeetrinken nach dem Wochenmarkt, VHS-Kurse, Veranstaltungen des Seniorenparlamentes, eine Kinderdisco – vieles hat schon stattgefunden und die regelmäßigen Termine etablieren sich.
„Das Dorf mischen“, so nennt Swantje Meininghaus vom Vorstand Dorftreff Süsel e.V. das Ziel und damit ist gleichzeitig auch die Chance, die der Treff bietet, auf eine Formel gebracht: „Dies soll ein Ort sein, an dem das Denken die Richtung wechseln kann“, so Meininghaus. Dass der Dorftreff auch Menschen zusammenbringt, die sich sonst kaum begegnen würden, zeigte sich schon an diesem Abend. Menschen aus Politik, Sport, Kirche, von der VHS hatten die Einladung angenommen und ihnen allen rollte der Schauspieler Stephan A. Tölle den roten Teppich aus. Er stellt im Serienhit „Nord bei Nordwest“ den Bestatter dar, und weil ihn mit Süsel nicht nur die Begeisterung für die schöne Umgebung, sondern auch ein persönlicher Kontakt zu Dorftreff-Vorstandsmitglied und Medienfrau Monika Praefke verbindet, sagte er gern ja zur Übernahme der Schirmherrschaft für den Treff: „Mir gefällt die Idee, Menschen aller Generationen zusammenzubringen“, sagte der TV-Star. Kein Lippenbekenntnis: Nach einer launigen Ansprache mischte er sich mit sichtlichem Vergnügen unter die Leute. Nicht zum letzten Mal, denn auf seinem Weg zum Drehort auf Fehmarn wird er sicher hin und wieder in Süsel Station machen.
Veränderungen stehen im Dorftreff mit Sicherheit an, es gibt Renovierungspläne und einen entsprechenden Bedarf. Fürs Erste aber läuft der Betrieb bestens. Dafür haben viele angepackt. Ohne langen Vorlauf, dafür mit viel Motivation. Für einen barrierearmen Zugang haben Jörg Haennicke und sein Schwager Daniel Kirchhübel gesorgt. Ein halber Tag Arbeit steckt im rollitauglichen Eingangsbereich: „Ich helfe, wo ich kann und wir sind froh, dass wieder etwas los ist im Dorf“, meinte der Süseler bescheiden. Das sehen auch Daniel Hartleib und Marc Wolgast vom TSV Süsel so: „Ein solcher Treff hat gefehlt, wir sehen das als Bereicherung. Und wir hoffen auf eine Skatrunde im Dorftreff“, gaben die Vorstandsmitglieder gutgelaunt zu Protokoll. Andreas Wende, Vorsitzender des Kulturausschusses: „Der Treff ist ein schönes Beispiel, dass etwas passiert, wenn die Bevölkerung das wirklich möchte und es einen geteilten Willen mit der Politik gibt.“ Wie sich das auswirkt, weiß VHS-Leiterin Andrea Baske aus eigenem Erleben: „Kurse im Dorftreff ziehen noch einmal andere Menschen an als unsere Kurse in den Schulen!“ Für Wolfgang Schümann ist das die erwünschte Richtung, der stellvertretende Bürgermeister appellierte: „Nutzen Sie dieses Angebot! Der Treff ist das neue, schlagende Herz des Dorfes!“