Fahrbetrieb wird zum 30. Juni 2026 eingestellt

Der „Lütte Lenter“ fährt nicht mehr

29.04.2026, 17:15 Uhr
der reporter Eutin/Malente

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Der „Lütte Lenter“

Der „Lütte Lenter“ © Köberich

Am 30. Juni 2026 wird der Bürgerbus der Gemeinde Malente seine letzte Runde drehen. Wie der Vorsitzende des Vereins BürgerBus Malente e.V., Michael Winkel, mitteilte, hat die Mitgliederversammlung die Einstellung des Fahrbetriebs des „Lütten „Lenter“ beschlossen.

Drei Hauptgründe führten laut Winkel zu dieser Entscheidung. Die gestiegenen Betriebskosten seien für die Gemeinde Malente nicht mehr tragbar. Allein in den letzten zwei Jahren seien durch den Betrieb jeweils Gesamtkosten in Höhe von circa 15.000 Euro entstanden, die jeweils zur Hälfte von der Gemeinde und dem Kreis Ostholstein übernommen wurden. Allerdings musste die Gemeinde zusätzliche Kosten wie zum Beispiel die Abschreibung allein tragen. Das machte nochmals 7.000 bis 9.000 Euro aus. Zudem ist das alte Fahrzeug nach nunmehr zehn Jahren und 340.000 Kilometern reparaturanfällig geworden und müsste ersetzt werden. Hierfür wären Zuschüsse notwendig, jedoch widerspricht die nochmalige Förderung für die Neuanschaffung eines gleichwertigen Fahrzeugs den Richtlinien der Aktivregion. Förderungsfähig wäre nur ein Elektrofahrzeug.

Außerdem gibt es von Seiten des Kreises die Auflage zur Barrierefreiheit. Dies bedeutet eine seitliche Einstiegsrampe rechts, die autonom ohne Fremdhilfe von den Fahrgästen mit körperlichen Einschränkungen zu bedienen sein muss. Diese ist aus Verkehrssicherheitsgründen gefordert. „Damit ist das Dilemma komplett“, sagt Michael Winkel, denn unter Beachtung dieser Auflagen würde ein geeigneter Bus mehr als 3,5 Tonnen wiegen. Eine Personenbeförderung mit dem normalen Führerschein reiche für dieses Gewicht nicht aus, so dass keine Fahrer mehr zur Verfügung ständen. Nach fast zehn Jahren sei er zwar traurig, dass der Bürgerbus nicht mehr fahre, aber trotz allem hätte der Verein sein Ziel erreicht, so Michael Winkel.  Denn die Einrichtung des Busses sei aus einer Notlage entstanden, um die Mobilität der Menschen in den abseits der vom ÖPNV gelegenen Dörfern in der Gemeinde zu gewährleisten. Rund fünftausend Mal jährlich wurde das Angebot in Anspruch genommen, bei der 20 ehrenamtliche Fahrer jeweils alle zwei Wochen kostenlos den Fahrdienst geleistet haben.

Mittlerweile gibt es seitens des Kreises das Versprechen, die bis jetzt vom Bürgerbus bedienten Strecken im Regionalverkehrsplan für den ÖPNV zu berücksichtigen. Die bereits für 2025/2026 geplante Maßnahme sei aber verschoben worden, so Bürgermeister Heiko Godow. Jetziger Stand sei die Vorstellung eines Konzeptes Anfang Mai, die Umsetzung des neuen ÖPNV-Streckennetzes sei dann ab dem 14. Dezember vorgesehen. So würde eine Lücke von etwa sechs Monaten entstehen. Der Verein habe sich aber bewusst für die Einstellung des Fahrbetriebs zum 30.Juni entschlossen, da laut Satzung regelmäßige Nachprüfungen der Fahrer für die Fahrgastbeförderung nötig sind, die im August stattfinden würden, erklärt Michael Winkel. Um Prüfungsstress für die Ehrenamtlichen sowie Kosten in Höhe von 4.000 Euro für die dann nur noch kurze Laufzeit bis Dezember zu vermeiden, habe man sich für dieses Datum entschieden. Winkels fazit: „Wenn der Kreis sein Vorhaben in die Tat umsetzt, hat sich unser Vereinsziel zwar anders erfüllt, aber es hat sich erfüllt. Wir haben geschafft, wofür wir gekämpft haben.“

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