Deponie Johannistal soll 3600 Tonnen Bauschutt aus dem AKW Brunsbüttel aufnehmen
29.09.2026, 11:48 Uhr
Von:
Patrick Rahlf
Heiligenhafener Post
Nach Angabe des CDU-Landtagsabgeordneten Peer Knöfler strebe das Kieler Umweltministerium erneut die Zuweisung von freigemessenem Bauschutt des stillgelegten Kernkraftwerks Brunsbüttel nach Johannistal in der Gemeinde Gremersdorf an.
„Ein Gericht hatte in der Vergangenheit diesen Prozess gestoppt. Eine Deponie wie in Johannistal hat sich sicherlich bei der Errichtung darum bemüht, bestimmte Abfallstoffe aufnehmen zu dürfen. Diese muss und soll sie auch annehmen. Allerdings ist die Situation unverändert unsinnig und unfair“, erklärte Knöfler in jüngster Pressemitteilung.
Festzuhalten sei, dass bei circa 3600 Tonnen Bauschutt aus Brunsbüttel verteilt auf drei Jahre über 60000 Kilometer Strecke für An- und Abfahrt zurückgelegt werden müssten, die nur schwer als nachhaltig bezeichnet werden könnten. Der ohnehin schon starke Sommerverkehr und die vielen Baustellen würden das Szenario nicht verbessern, so der Landtagsabgeordnete. Des Weiteren fragt sich Knöfler, warum in der Vergangenheit in Steinburg und Dithmarschen nicht ein Antrag für den Bau einer Deponie gestellt worden sei. „Weshalb hat das Ministerium die Kommunen nicht dazu aufgefordert? Fraglich bleibt auch, welche Absprachen es mit anderen Deponien gegeben hat, die alle die Mengen freiwillig nicht aufnehmen wollten.“
Laut Peer Knöfler habe es gerade im Umfeld von Brunsbüttel während des Betriebes des Kernkraftwerks erhebliche Steuereinnahmen gegeben, „und heute sollen andere Gemeinden mit den Folgen des Betriebes umgehen“, merkte Knöfler kritisch an. Er fügte hinzu: „Abschließend sei bemerkt, dass der Kreis Ostholstein, also die Tourismusregion, bereits die Lasten des größten Infrastrukturbauvorhabens Europas zu tragen hat und verkehrsmäßig im Sommer jetzt schon nicht störungsfrei erreichbar ist.“
Gremersdorfs Bürgermeister Henning Pries (CDU) sagte gestern auf HP-Nachfrage zu einer möglichen Aufnahme von AKW-Bauschutt: „Wir befinden uns noch in der Abstimmung mit der Johannistal Abfallverwertungsgesellschaft und werden uns zu gegebener Zeit zu der beabsichtigten neuerlichen Zuweisung äußern. Ich sehe es allerdings ähnlich wie Peer Knöfler und kann die Auswahl der Deponie Johannistal nicht nachvollziehen.“