CDU will „Kulturdeck“-Projekt endgültig stoppen
08.06.2026, 10:38 Uhr
Von:
Patrick Rahlf
Heiligenhafener Post
Heiligenhafen – Am kommenden Donnerstag (11. Juni) kommen die Mitglieder des Heiligenhafener Stadtentwicklungsausschusses zu einer öffentlichen Sitzung im Rathaus zusammen. An diesem Abend soll unter anderem ein wegweisender Antrag der CDU diskutiert werden, der das „Kulturdeck“ betrifft.
„Für die CDU-Fraktion beantrage ich, folgenden Antrag mit auf die Tagesordnung zu nehmen: Weitere Planungen für das Projekt ‚Kulturdeck‘ sind mit sofortiger Wirkung einzustellen. Das Vorhaben wird in der vorgestellten Form nicht durchgeführt. Eine Begründung erfolgt mündlich in der Sitzung“, heißt es in dem Antrag der Christdemokraten, der vom stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Stephan Karschnick unterschrieben wurde.
Somit steht das vieldiskutierte Vorhaben endgültig vor dem Aus.
Noch Ende März war auf Antrag der BfH-Fraktion das weitere Vorgehen in Sachen „Kulturdeck“ von der Tagesordnung der Stadtvertretung genommen worden. Damit wurde eine Abstimmung vermieden, bei der das Projekt voraussichtlich keine Mehrheit gefunden hätte. Nun will die CDU endgültig Fakten schaffen und das von der HVB initiierte Projekt, das in der Entwicklungsphase viel Gegenwind aus den Reihen der Bevölkerung erfahren hatte, stoppen.
BfH: Lösung für Bücherei muss schnell her
Auch die BfH wird einen wegweisenden Antrag in die neue Sitzungsperiode einbringen. Im Kern geht es um den Neubau der Stadtbücherei mit weiteren Nutzungen des Gebäudes.
„Die Bausubstanz unserer Stadtbücherei in der Lauritz-Maßmann-Straße ist in einem schlechten Zustand; das Obergeschoss ist schon seit vielen Jahren gesperrt. Mittelfristig ist das Gebäude ohne hohen finanziellen Aufwand nicht mehr zu halten, geschweige denn von Grund auf zu sanieren“, heißt es in einem vom BfH-Fraktionsvorsitzenden Simon Schulz unterschriebenen Antrag.
Das jetzige Grundstück sei verkehrsgünstig gelegen und biete durch die unmittelbare Nähe zum Stadtpark bislang nicht genutzte Möglichkeiten für kulturelle Veranstaltungen – innen und außen – wie Lesungen oder Vorträge.
„Darüber hinaus könnte in einem Neubau Raum für Zwecke der Volkshochschule, Bürgerbegegnung und das Stadtarchiv geschaffen werden. Parkplätze für Gäste und Beschäftigte können über die Friedrich-Ebert-Straße erschlossen werden“, geht aus dem Antrag hervor.
Die Stadtverwaltung soll auf Wunsch der BfH um Prüfung folgender Aspekte gebeten werden:
– Wie viel Raum (insbesondere im Hinblick auf die Bauhöhe) kann auf dem Grundstück entstehen? Kann in den oberen Etagen zusätzlich Wohnraum entstehen?
– Mit welchem finanziellen Rahmen ist zu rechnen?
– Wie stellt sich eine Finanzierung dar, wenn das Vorhaben durch die Heiligenhafen Wohnen GmbH realisiert wird und die Stadt die entsprechenden Räumlichkeiten mietet? Kann von der Sonderregelung „Bauturbo“ Gebrauch gemacht werden, wenn hier auch Wohnraum entsteht?
Der Projektbericht Integriertes Entwicklungskonzept, das Projekt „Dünenpark 2.0“ sowie Mitteilungen des Bürgermeisters stehen ebenfalls auf der Tagesordnung.