BürgerEnergie Fördeufer fordert Planungssicherheit für die Energiewende
10.07.2026, 05:56 Uhr
Die BürgerEnergie Fördeufer aus Heikendorf sieht geplante Änderungen im Energierecht mit Sorge. Nach Ansicht der Gesellschaft könnten insbesondere Bürgerenergieprojekte durch neue Regelungen beim Netzanschluss und bei der Vergütung ausgebremst werden. Nach der Sommerpause ist deshalb ein Fachgespräch mit Politik und Fachleuten geplant.
Heikendorf – Die BürgerEnergie Fördeufer GbR aus Heikendorf setzt sich dafür ein, Bürgerinnen und Bürger unmittelbar an der Wertschöpfung der Energiewende zu beteiligen. Geplant sind unter anderem zwei Bürgerwindenergieanlagen im vorgesehenen Windpark Heikendorf/Probsteierhagen sowie darüber hinaus Photovoltaik-Projekte.
Mit Sorge blickt die Gesellschaft jedoch auf die derzeit diskutierten Änderungen im Bundesrecht, die im Zusammenhang mit dem sogenannten Netzpaket und weiteren Reformen des Energierechts stehen.
Nach den vorliegenden Entwürfen sollen neue Wind- und Solarparks in stark belasteten Netzgebieten künftig deutlich höhere wirtschaftliche Risiken tragen. Vorgesehen ist unter anderem, Entschädigungen für netzbedingte Abregelungen einzuschränken sowie den bisherigen Vorrang Erneuerbarer Energien beim Netzanschluss aufzuheben. Darüber hinaus sollen Projektträger stärker an den Kosten des Netzanschlusses beteiligt werden.
„Der langsame Ausbau der Stromnetze darf nicht zum Geschäftsrisiko der Bürgerenergie werden“, erklärt die BürgerEnergie Fördeufer. „Wer Investitionen in Wind- und Solarenergie fordert, muss gleichzeitig verlässliche Rahmenbedingungen schaffen.“
Die geplanten Regelungen könnten insbesondere Bürgerenergiegesellschaften, Kommunen und regionale Akteure treffen. Anders als große Projektentwickler verfügen sie häufig über geringere finanzielle Reserven und sind stärker auf kalkulierbare Einnahmen und Finanzierungskonditionen angewiesen.
Zusätzliche Unsicherheiten bei Netzanschluss, Abregelung und Vergütung können dazu führen, dass Projekte schwieriger oder gar nicht mehr finanzierbar werden.
Dabei wächst zugleich der Handlungsdruck beim Ausbau Erneuerbarer Energien. Der Expertenrat für Klimafragen hat zuletzt erhebliche Zweifel geäußert, ob Deutschland seine Klimaziele für 2030 erreichen kann. Gleichzeitig bleibt die Verringerung der Abhängigkeit von importierten fossilen Energieträgern eine zentrale energiepolitische Aufgabe.
Studien zeigen zudem, dass Wind- und Solarenergie erhebliche wirtschaftliche Impulse für ländliche Regionen auslösen können. Im Jahr 2023 entstanden bundesweit rund zehn Milliarden Euro direkte Wertschöpfung und etwa 51.000 Vollzeitarbeitsplätze durch Wind- und Solarenergie. Ein erheblicher Teil dieser Wertschöpfung verbleibt in den Standortkommunen und stärkt dort Unternehmen, Kommunalhaushalte und lokale Beteiligungsmodelle.
Vor diesem Hintergrund hatte die BürgerEnergie Fördeufer die Bundestagsabgeordnete des Kreises Plön, Sandra Carstensen (CDU), zu einem Austausch über die Auswirkungen der geplanten Gesetzesänderungen auf regionale Bürgerenergieprojekte eingeladen.
Die Abgeordnete verwies auf ihren Bundestagskollegen Mark Helfrich (CDU), Vorsitzender der Arbeitsgruppe Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Ein gemeinsamer fachlicher Austausch konnte bislang jedoch noch nicht stattfinden.
„Wenn Politik mehr Akzeptanz, regionale Wertschöpfung und einen beschleunigten Ausbau Erneuerbarer Energien erreichen will, müssen die gesetzlichen Rahmenbedingungen auch aus Sicht konkreter Projekte vor Ort bewertet werden“, betont die BürgerEnergie Fördeufer. „Transparenz, Dialog und Planungssicherheit sind entscheidende Voraussetzungen für das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Energiewende.“
Die BürgerEnergie Fördeufer plant deshalb nach der Sommerpause ein Fachgespräch in Heikendorf. Eingeladen werden sollen Vertreterinnen und Vertreter aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik, Bürgerenergiegesellschaften, Projektentwicklung, Finanzierung, Netzbetrieb sowie dem Klimaschutzmanagement. Auch die zuständigen Bundestagsabgeordneten sollen erneut um ihre Teilnahme gebeten werden.
Weitere Informationen gibt es unter: https://www.aktionsforum-nachhaltigkeit.de/windpark