Bosau begeisterte mit fröhlichem Doppelpack
19.08.2026, 12:59 Uhr
Von:
Astrid Jabs
Dass an einem Sonnabend die Rasenmäher angeworfen werden, ist auch in Bosau nicht ungewöhnlich. Wenn sich allerdings wie am vergangenen Sonnabend mehrere Menschen mit unterschiedlichen Mähermodellen auf einer Wiese mitten Dorf versammeln, um vor zahlreich erschienenem Publikum Hand ans Grün zu legen, ist auch Nicht-Eingeweihten klar: Hier ist etwas Besonderes im Gange!
Eine 80 prangte auf der Rasenfläche mitten in Bosau und damit war erreicht, was sich Dorfvorstand, der Förderverein Dorf Bosau und die vielen Ehrenamtlichen im Stil einer Dorfwette zum Ziel gesetzt hatten: Die Aktion schlug den Bogen zum 80. Landesgeburtstag Schleswig-Holsteins, der das Dorffest zum stimmungsvollen Feier-Doppelpack machte.
Unter denjenigen, die mit Aufsitzmäher, Kantenschneider und Klassik-Modell ans Werk gingen, stach einer besonders ins Auge: Hawaiihemd, das Gartengerät mit Blumen geschmückt, zog Andreas Kling seine Bahnen. In Bosau aufgewachsen und in den Genuss des Unterrichtes in der alten Dorfschule gekommen, kam ihm die Rolle eines Moderators zu. Und mit seinen Erinnerungen an den in Bosau wohlerinnerten Pastor Matthias Hartenstein steuerte er eine passende Anekdote bei. Für ein kleines Taschengeld hatte Kling seinerzeit als junger Konfirmand die Festwiese gemäht: „Insofern schließt sich hier heute ein Kreis“, meinte er verschmitzt. Weitere Ausflüge in die Dorfhistorie konnten in der Ausstellung in der Alten Schule unternommen werden, die am kommenden Wochenende noch einmal in der Dunkerschen Kate zu sehen ist.
Die Zukunft des Dorfes vergnügte sich bester Laune auf der „Festmeile“. Bei einer Rallye für die Kinder war Köpfchen ebenso gefragt wie eine sichere Hand beim Murmeln oder an der Wasserspritze. Hier war auch Gustav, der zuvor beim Mähen mitangepackt hatte, mit seinen Freunden unterwegs. Wer dem Duft nach Frischgebackenem folgte, passierte den Baum der Wünsche: „Hier kann man Wunschkarten aufhängen“, erklärte Monika Zangenberg. Die Wahl-Bosauerin war nicht nur von den vielfältigen Angeboten begeistert, sie sah darin auch ein Zeichen für eine funktionierende Dorfgemeinschaft: „So viele Menschen aus unterschiedlichen Gruppen haben sich eingebracht und dieses Fest vorbereitet“, freut sie sich und merkte an: „So wird auch die Botschaft ‚Ich kann mitmachen‘ transportiert – und das ist wichtig!“
Dafür, dass man sich lange an den schönen Tag erinnern möge, hat auch Pamela Lepeschka gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen viele Stunden die Hände geregt. Das Ergebnis: 400 handgetöpferte Taler. Wer sie kaufte, unterstützte nicht nur weitere Dorfaktivitäten. Die Plakette eignet sich auch als Duftträger für ätherische Öle und ist mit der Prägung von Mohnkapseln und der Abbildung des „kleinsten Doms der Welt“, der Bosauer St. Petri Kirche, eine schöne Zierde. Auch für Haushalte viele Kilometer weiter südlich: Andrea Mätschke und Heike Serb aus dem Spreewald bzw. aus Nordrhein-Westfalen suchten zwei Unikate aus: „Unsere Schwägerin hat an den Plaketten mitgearbeitet“, sagten sie und verrieten: „Wir sind für unser jährliches Geschwistertreffen hier.“ Einen besseren Ort hätten sie für diesen Anlass nicht finden können.