Naturschutzbund Preetz-Probstei übt scharfe Kritik am Holzeinschlag:
„Bäume in enormem Ausmaß gefällt“
08.07.2026, 11:04 Uhr
Von:
Volker Graap
der reporter Plön/Preetz
Nachdem die Stadt Preetz eingeräumt hat, dass es durch ein Missverständnis zu einem ungeplanten Holzeinschlag in der Postseefeldmark gekommen ist, gibt es eine erste Stellungnahme des Naturschutzbundes. Die Umweltschützer gehen mit den Verantwortlichen hart ins Gericht.
Preetz – „Der NABU Preetz-Probstei kritisiert die durchgeführten Fällarbeiten in der Postseefeldmark scharf“, teilt Vorstandsmitglied Antje Seebens-Hoyer mit. „Hier wurden inmitten der Brut- bzw. Aufzuchtzeit zahlreicher geschützer Vogel- und Säugetierarten in enormen Ausmaß Bäume gefällt und zudem mit so schwerem Gerät gearbeitet, dass an den Lebensräumen ein erheblicher Schaden entstanden ist. Es ist nicht auszuschließen, dass dabei streng geschützte Lebensstätten wie Wochenstuben baumhöhlenbewohender Fledermäuse zerstört oder gar Tiere getötet worden sind.“ Aufgrund des sich darbietenden Bildes der Zerstörung bestehen beim NABU erhebliche Zweifel an der Zulässigkeit der durchgeführten Arbeiten. Insbesondere die massiven Beeinträchtigungen der Knicks wären nicht genehmigungsfähig.
„Jeder Privatmensch sähe sich jetzt mit einer detaillierten Beurteilung seiner Eingriffe ausgesetzt“, so Antje Seebens-Hoyer. Der NABU fordere daher auch von der Stadt eine detaillierte und transparente Aufklärung, die eine unabhängige Prüfung durch die zuständige Naturschutzbehörde im Kreis Plön und gegebenenfalls übergeordneter Behörden umfassen müsse. Nach Ansicht des NABU werden nun in erheblichem Umfang zusätzliche Naturschutzmaßnahmen erforderlich sein, um die Schäden abzumildern.
„Aus Sicht des NABU sollte der Vorfall deshalb auch zum Anlass genommen werden, die internen Prozesse bei der Gestaltung der Wald- und Knickpflege zu hinterfragen und so nachzuschärfen, dass derartige Vorfälle zukünftig effektiv verhindert werden“, fordert Antje Seebens-Hoyer abschließend.