Archivgruppe zeigte im Rudolf-Behrend Haus Fundstücke aus der Ortsgeschichte
Als Heikendorf noch anders aussah
07.08.2026, 12:07 Uhr
PROBSTEER
Vom 31. Juli bis zum 2. August war die Archivgruppe Heikendorf zu Gast im Rudolf-Behrend-Haus in Neuheikendorf. Dort präsentierte sie historische Fotos, Karten und Gegenstände aus der Vergangenheit Heikendorfs. Zudem gab es die Möglichkeit, mitgebrachte Fotos und Unterlagen digitalisieren zu lassen und sie der Archivgruppe für ihre Arbeit zur Verfügung zu stellen.
Die Ausstellung umfasste drei Themenschwerpunkte und war an allen Tagen jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Wie die Archivgruppe weiter berichtet, war die Ausstellung am Samstag und Sonntag besonders gut besucht. Dennis Rindermann von der Archivgruppe Heikendorf war vor Ort und beantwortete die Fragen der Besucher, die teilweise auch aus den umliegenden Gemeinden gekommen waren.
Zum Thema „Zweiter Weltkrieg in Heikendorf“ wurden drei Schaubilder gezeigt, die die Zerstörungen im Dorf sichtbar machten. Dazu waren verschiedene Objekte aus dieser Zeit zu sehen, unter anderem die Überreste einer Phosphorbombe. Neben der Phosphorbombe wurde eine nachgebildete Stabbrandbombe ausgestellt. Auch ein damals typisches Propagandamittel, ein Volksempfänger, gab es zu entdecken. Neben einer Kiste für Flakmunition aus Kitzeberg befand sich zum Stöbern das passende Buch zum Thema „Heikendorf im Zweiten Weltkrieg“, das im vergangenen Jahr von der Archivgruppe veröffentlicht wurde. Außerdem lag eine Liste mit allen Todesopfern aus, die Autor Dennis Rindermann bei der Recherche zu diesem Buch ermitteln konnte.
Ein weiterer Themenbereich widmete sich dem alten Dorf und zeigte historische Gebrauchsgegenstände verschiedenster Art, darunter Werkzeuge aus der Landwirtschaft, Teile einer Hausapotheke, Spielfiguren aus Blei sowie die damals weit verbreiteten Murmeln aus Keramik und Glas. Darüber hinaus befanden sich in einem Schaukasten zwei alte Glasflaschen: eine Bierflasche des Probsteier Brauhauses in Probsteierhagen, in dessen Gebäude sich heute das Alte Probsteier Café befindet, sowie eine Glasflasche des Kolonialwarenhändlers Christian Geest aus Schönkirchen, dessen Geschäft sich im Augustental Nr. 47 befand.
Auf einem Tisch in der Mitte der alten Diele lagen Karten, die Heikendorf sowie die heutigen Ortsteile Neuheikendorf, Möltenort, Schrevenborn und Kitzeberg im Jahr 1873 zeigten. Die Besucher stellten fest, dass von den damals verzeichneten Häusern heute so gut wie keines mehr vorhanden ist. An den Wänden hingen neben historischen Bildern aus der Vorkriegszeit auch große Luftbilder aus den 1970er- und 1980er-Jahren. Sie stellten den dritten Themenbereich, die Nachkriegszeit, dar. Viele Besucher suchten darauf ihre eigenen Häuser oder mittlerweile bereits abgerissene Gebäude.
Ein weiteres Highlight war das große Fotobuch des bereits verstorbenen Mitglieds der Archivgruppe, Bernhard Perkuhn, das viele Ansichten von Alt-Heikendorf aus der Kaiserzeit enthielt. Neben einem alten Radio befand sich außerdem eine Nachbildung des Hardenberg-Pavillons in Kitzeberg mit einem Infotext, in dem die Namensherkunft von Kitzeberg beschrieben wurde. Neben zahlreichen Fragen zur Ortsgeschichte kamen auch neue Ideen für mögliche zukünftige Projekte auf. Dennis Rindermann deutete an, diese Art von Veranstaltung wiederholen zu wollen. Zunächst jedoch hofft die Archivgruppe, dass bald mit der Restaurierung des Rudolf-Behrend-Hauses unter Auflagen des Denkmalschutzes begonnen wird, damit dieses alte Gebäude als gut angenommenes Kulturzentrum erhalten bleiben kann.