Patrizia Palmer und Ben Brodbeck umrunden Fehmarn

72 Kilometer für das Hospiz in Oldenburg

22.09.2026, 18:40 Uhr
Von:
Fehmarnsches Tageblatt, Heiligenhafener Post

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Bürgermeister Jörg Weber (r.) und Beate Rinck, Vorsitzende des Fördervereins Hospiz Wagrien-Fehmarn, verabschieden die Extremwanderer Ben Brodbeck und Patrizia Palmer.

Bürgermeister Jörg Weber (r.) und Beate Rinck, Vorsitzende des Fördervereins Hospiz Wagrien-Fehmarn, verabschieden die Extremwanderer Ben Brodbeck und Patrizia Palmer. © Eckhard Kretschmer

Um kurz nach 8 Uhr ist Patrizia Palma am Dienstagmorgen vor dem Rathaus in Burg zu ihrer 72 Kilometer langen Inselumrundung gestartet. Die Ultrawanderin aus Baden-Württemberg verbindet die Tour mit einem Spendenaufruf für den Förderverein Hospiz Wagrien-Fehmarn. An ihrer Seite war zunächst Ben Brodbeck, der die Strecke wie schon bei einer früheren Aktion in Feuerwehrschutzkleidung zurücklegte.

Florian Utecht von der Freiwilligen Feuerwehr Burg, wollte etwas später einsteigen und sich den beiden anschließen. Auf der Rathaustreppe verabschiedete Bürgermeister Jörg Weber die beiden Extrem-Wanderer bei strahlendem Sonnenschein. Mit dabei war auch Beate Rinck, Vorsitzende des Fördervereins Hospiz Wagrien-Fehmarn. Der Verein setzt sich seit 2019 für den Bau eines stationären Hospizes in Oldenburg ein.

Brodbeck war schon auf den ersten Blick kaum zu übersehen: rote Feuerwehrschutzkleidung mit gelben, weißen und silbernen Reflexstreifen, Helm und eine große Atemschutzflasche auf dem Rücken. Die Flasche diente bei der Wanderung allerdings nicht der Atemluftversorgung, sondern enthielt Trinkwasser. Dazu kamen rund zwölf Kilogramm Ausrüstung.

Palma ging deutlich leichter, aber ebenfalls gut ausgerüstet an den Start. An ihrem Rucksack hingen neben verschiedenen Utensilien und Glücksbringern auch ein kleiner Plüschelefant. 1,5 Liter Wasser und Elektrolyte hatte sie dabei, außerdem Wechselkleidung, Ersatzsocken und Blasenpflaster. „Als erfahrene Ultrawandererin hat man so sein Standardpackage“, sagte sie augenzwinkernd.

Für Palma ist die Fehmarn-Runde nicht die erste lange Wanderung zugunsten des Hospizprojekts. Bereits 2024 war sie von Hohwacht bis nach Rügen unterwegs und legte dabei nach eigenen Angaben 360,65 Kilometer zurück. Für jeden Kilometer spendete sie selbst einen Euro; insgesamt kamen bei der Aktion 2162 Euro für das Hospizprojekt zusammen.

Diesmal führt die Route von Burg über Marienleuchte und Orth zurück nach Burg. Der Startpunkt vor dem Rathaus war bewusst gewählt. Palma erklärte, sie habe bereits eigene Herzensprojekte in Baden-Württemberg organisiert und verschiedene lange Touren absolviert. Über ihre Ostsee-Wanderung 2024 sei der Kontakt zum Hospizverein und zu Beate Rinck entstanden.

Brodbeck bereits 2024 unterwegs

Auch Brodbeck kennt die Insel bereits aus einer früheren Extremwanderung. Im Mai 2024 umrundete er Fehmarn in Feuerwehrschutzkleidung und sammelte dabei Spenden für den Hospizverein. Nun stellte er sich erneut der Belastung. Die Motivation ist für ihn nicht allein sportlicher Natur: „Heute ist es ja für einen guten Zweck“, sagte er beim Start.

Nach den ersten Kilometern sollte das Duo zunächst allein unterwegs sein. Dann stieß Florian Utecht dazu. Der Fehmaraner ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Burg.

Zwischenstopps oder offizielle Infostände waren dieses Mal nicht vorgesehen. Die Wanderer wollten die Strecke möglichst ohne Unterbrechungen bewältigen. Palma beschrieb das Ultrawandern als eine Herausforderung, bei der neben der körperlichen Verfassung auch die mentale Stärke eine entscheidende Rolle spiele. Bei langen Strecken gebe es irgendwann den Punkt, an dem man sich frage, warum man das eigentlich mache. Trotzdem gehe es weiter. „Man zieht es durch, weil man einfach auch weiß, was es für den Körper und für einen selbst bedeutet“, sagte sie.

Baubeginn geplant für erstes Quartal 2027

Für Beate Rinck ist jede solche Aktion zugleich Werbung für das Hospizprojekt. Der Förderverein arbeitet seit Jahren daran, in Oldenburg ein stationäres Hospiz zu schaffen. Inzwischen haben die Planungen einen konkreten Stand erreicht: Die Erschließungsarbeiten für das Grundstück haben begonnen, der Baubeginn ist nach Angaben des Vereins für das erste Quartal 2027 vorgesehen. Geplant ist ein stationäres Hospiz für die Region mit zwölf Plätzen. 2024 wurde dafür die Hospiz Ostholstein gGmbH als künftige Betreibergesellschaft gegründet; beteiligt sind unter anderem die Diakonie Ostholstein, der Kirchenkreis Ostholstein und der Förderverein Hospiz Wagrien-Fehmarn.

So ging es am Dienstagmorgen für Palma und Brodbeck zunächst zu zweit Richtung Jachthafen und Südstrand, bis Florian Utecht dazustieß. Vor ihnen lagen 72 Kilometer und ein langer Tag auf der Insel – und das gemeinsame Ziel, mit jedem einzelnen Kilometer Aufmerksamkeit für das geplante Hospiz in Oldenburg zu schaffen.

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