60 Jahre Naturschutz in Heiligenhafen
25.08.2026, 18:24 Uhr
Von:
Peter Foth
Heiligenhafener Post
60 Jahre Naturschutz auf dem Graswarder: Der NABU-Ortsverband Heiligenhafen feierte sein Jubiläum mit zahlreichen Gästen, blickte auf bewegte Jahrzehnte zurück und würdigte das Lebenswerk von Klaus Dürkop.
Aus Heiligenhafen aber auch aus der Ferne waren viele Gäste am Sonnabend zum Infozentrum auf dem Graswarder gekommen, um mit den Heiligenhafener NABU-Mitgliedern das 60. Jubiläum des NABU-Ortsverbandes zu feiern. Wie der NABU-
Ortsvorsitzende Winfried Witt in seiner Begrüßung sagte, wurde die Heiligenhafener NABU-Gruppe am 13. Juni 1996 gegründet. Witt würdigte das Lebenswerk von Klaus Dürkop, der die NABU-Gruppe bis 2023 souverän geführt hatte. Unter Dürkops Führung habe sich der Graswarder zu einem Vorzeige-Naturschutzobjekt entwickelt, das weit über die Grenzen Heiligenhafens bekannt wurde. Unter seiner Führung wurde das Infozentrum Graswarder, ein Holzhaus mit Tagungsraum und Unterkunft für die Vogelwarte gebaut, das in Anerkennung seines Engagements heute seinen Namen trägt, so Winfried Witt.
„Seine Schuhe hatten Übergröße“
„Leider war mir eine längere Übergangszeit mit Klaus nicht gegönnt — ich hätte gern noch viel mehr Wissen von ihm übernehmen wollen. Seine Schuhe hatten im übertragenen Sinn Übergröße, sie werden mir dadurch niemals passen,“ sagte der Vorsitzende. Nun sind die Baulichkeiten größtenteils mehr als 40 Jahre alt. Das führe zu einem stetig steigenden Reparaturbedarf. „Dieses haben wir durch ein sehr großes Engagement unserer fast hyperaktiven Ehrenamtler auf den Weg bringen können“, so Witt.
In weiten Grußworten würdigten auch der Vorsitzende des NABU-Landesverbandes Schleswig-Holstein, Dr. Alexander Schwarzlose, und Thomas Behrends, Referent für die NABU-Naturschutzgebiete, das Engagement der Mitglieder um das Naturschutzgebiet auf dem Heiligenhafener Graswarder. Schwarzlose ging in seinen Worten auf 60 Jahre Naturschutzarbeit in Heiligenhafen ein. Das bedeute, kontinuierlich am Ball zu bleiben und das Gebiet für den Naturschutz zu gestalten, um Tieren und Pflanzen einen Lebensraum zu geben. „Ihr seid das, was unsere Naturschutzarbeit ausmacht. Gleichzeitig sehen wir aber auch, dass wir heute vor gesteigerten Herausforderungen stehen. Das Artensterben schreitet voran, genauso, wie der Klimawandel. Gerade im Naturschutz merken wir das zum Beispiel, wenn es darum geht, eine Wiese feucht zu halten, um den Lebensraum für die Tierwelt vorzuhalten“, sagte Schwarzlose. Zuversichtlich blickte der NABU-Landesvorsitzende auf den Ortsverband Heiligenhafen. Hier gäbe es eine große Gruppe von Mitgliedern, die alle sehr aktiv sind. „Hier kommen Menschen aus ganz Deutschland zusammen, weil sie anpacken wollen und das Land lieben“, so Schwarzlose.
Auch NABU-Naturschutzreferent Thomas Behrends ging auf die Entwicklung des Naturschutzgebietes Graswarder ein. Der Graswarder sei der größte Nehrungshaken, der unter Naturschutz stehe und nicht betreten werden dürfe. Und trotzdem erlebe man, dass sich durch Umwelteinflüsse auf dem Graswarder vieles verändere. Um auf die veränderte Umweltsituation einzugehen, habe man viele Diskussionen geführt und bei wichtigen Dingen gehandelt. Die Gründungsversammlung fand damals in der Friedrich-Ebert-Straße statt. Die ersten Vorsitzenden waren fast immer Lehrer, deren Namen Behrends noch einmal Revue passieren ließ.
Heiligenhafen war damals die erste Ortsgruppe im damaligen Kreis Oldenburg. Auch damals spielte schon Klaus Dürkop, der als Jugendwart in den Vorstand gewählt wurde, eine entscheidende Rolle. 1976 übernahm Dürkop den Vorsitz der Ortsgruppe. Eine begehrte Ware waren damals die Möweneier, die in Delikatess-Geschäften angeboten wurden und auch die Stadtkasse füllten. Der Historiker Professor Dr. Norbert Fischer nahm das NABU-Jubiläum zum Anlass, um das Lebenswerk von Klaus Dürkop zu würdigen und auf die Entwicklung des Naturschutzes auf dem Graswarder einzugehen.
Nach den Grußworten konnten sich die Gäste an selbstgebackenen Kuchen und Grillwurst erfreuen. Musikalisch sorgten Armin Schönrock und Martin Lichtmann mit Seemannsliedern für Stimmung. Auch maritim ging es weiter, als der neue Frauen-Shantychor, die „Schrägen Deerns“, mit Chorleiterin Ulrike Föse ihren Auftritt hatten. Musik mit Tim Weigardt und Martin Lichtmann sorgte für schöne Stunden am Nachmittag, während Carmen Wagner Geschichten für Kinder vorlas. Mit Kinderliedern zur Gitarre, die alle Kids mitsingen konnten, beendete Christiane Stephan den musikalischen Teil des NABU-Jubiläums.