Der Verein bedankte sich auf Plattdeutsch

40 Jahre Arbeit für die Wisser-Kate in Braak

15.07.2026, 08:57 Uhr
der reporter Eutin/Malente

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„De Rietfiedellüüd“ wussten, wie sie die Gäste in Stimmung bringen konnten:
(v.l.) Rosi Goos, Bärbel Bierend Simone Pooch und Wolfgang Springer.

„De Rietfiedellüüd“ wussten, wie sie die Gäste in Stimmung bringen konnten: (v.l.) Rosi Goos, Bärbel Bierend Simone Pooch und Wolfgang Springer. © Burgdorf

Wilhelm Wisser, der am 27. August 1843 in Klenzau geboren wurde, musste früh sein Elternhaus verlassen und kam zu seiner Großmutter nach Braak. In der 1812 erbauten Kate verlebte er, der später als „Märchenprofessor“ in die Geschichte eingehen sollte, seine Kindheit und Jugend. Es war eine Zeit, in der die Menschen sich in ihrer zumeist wenigen Freizeit noch unterhielten, sich Geschichten und Märchen erzählten. So tat es auch Wilhelms Großmutter und legte damit wohl den Grundstein für das riesige Interesse Wilhelm Wissers für die Märchenwelt.

Die Kate in Braak war und ist somit Zeit ihres Daseins mit dem Namen des „Märchenprofessors“, der sich in der Region zwischen Fehmarn und Lübeck von unzähligen zumeist älteren Menschen Märchen erzählen ließ und diese aufschrieb, eng verbunden.

Als das Landesamt für Denkmalpflege 1984 das Gebäude als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung unter Denkmalschutz stellte, war die Kate allerdings nicht mehr im allerbesten Zustand. Um den drohenden Verfall zu verhindern, hat 1986 eine Gruppe um Dr. Holger Andresen den gemeinnützigen Verein „Wilhelm-Wisser-Kate-Braak e.V.“ gegründet. Mit großem Engagement hat sich in den vergangenen 40 Jahren nicht nur der Verein, sondern die gesamte Braaker Dorfschaft für den Erhalt der Wisser-Kate eingesetzt. „Es kamen in all den Jahren eine Menge Sanierungskosten zusammen, die wir durch Fördermaßnahmen und Spenden finanzieren konnten. Außerdem hat auch der Verein Eigenleistungen eingebracht, um den Erhalt der Kate zu sichern“, berichtete der Vereinsvorsitzende Frank Kirschmann. Gudrun Martwich, die im Verein für die Finanzen zuständig ist, wies darauf hin, dass der Verein in den besten Zeiten über 100 Mitglieder hatte. „Heute haben wir noch 46 zahlende Mitglieder. Der Jahresbeitrag für Berufstätige beträgt 35 Euro pro Jahr, Rentner, Schüler und Studenten zahlen 15 Euro“, stellte sie fest und hofft auf Zuwachs.

Die Arbeit des Vereins in den vier Jahrzehnten kann sich mit Sicherheit sehen lassen. „Das Reetdach ist vor Kurzem neu gedeckt worden und nun soll noch ein barrierefreier Zugang zur Kate gebaut werden“, schilderte Kirschmann, der zu einem Fest eingeladen hatte, um sich bei all den Menschen zu bedanken, die in den 40 Jahren die Arbeit des Vereins tatkräftig unterstützt haben.

Der Wettergott muss ein Fan des „Märchenprofessors“ sein, denn er bescherte zu dem Anlass allerbestes Sommerwetter. Für das leibliche Wohl war gesorgt und „Bärbel Bierend un ehr Rietfidellüüd“ hatten sich einen Schattenplatz besorgt, um die Gäste mit humorigen Döntjes und Liedern in Stimmung zu bringen. Was passte besser an diesen märchenhaften Ort der Veranstaltung als ein Programm in plattdeutscher Sprache? Aber nicht nur mit Liedern wie „Dat Du min Leevsten büst“ wussten die Vier zu begeistern. Wolfgang Springer hatte auch englische Songs wie „Mrs. Robinson“ im Repertoire. Und immer wieder gab Bärbel Bierend im aller feinsten Plattdeutsch Anekdoten zum Besten, die sie, ganz im Stile Wissers, von anderen Menschen gehört und aufgeschrieben hat.

Der „Märchenprofessor“ hätte sicher seinen Spaß an der Darbietung gehabt und die eine oder andere Geschichte in seine Sammlung aufgenommen.

Frank Kirschmann (re.) und der Besitzer der Wisser-Kate, Joachim Harms (3.v.r.)  freuten sich, dass sie mit Bernd Matthiesen (2.v.r.), Ulrike Andresen (3.v.l.), Christina Düvell-Veen und Jochen Veen vier Gründungsmitglieder des Vereins begrüßen durften.

Frank Kirschmann (re.) und der Besitzer der Wisser-Kate, Joachim Harms (3.v.r.) freuten sich, dass sie mit Bernd Matthiesen (2.v.r.), Ulrike Andresen (3.v.l.), Christina Düvell-Veen und Jochen Veen vier Gründungsmitglieder des Vereins begrüßen durften. © Burgdorf

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