3.700 Lkw-Ladungen Richtung Festland / Abtransport geht nur über einen Umweg
100.000 Tonnen Boden müssen weg
30.06.2026, 10:36 Uhr
Von:
Andreas Höppner
Fehmarnsches Tageblatt
Südlich der Anschlussstelle Burg wird zurzeit umfangreich Boden abgetragen, um den zweigleisigen Ausbau der Schienentrasse Richtung Inselsüden voranzutreiben. © Andreas Höppner
Der Lkw-Verkehr auf Fehmarn hat in den vergangenen zwei Jahren im Zuge des Ausbaus der B 207 und der Schienentrasse spürbar zugenommen. In den kommenden Tagen und Wochen wird dieser Schwerlastverkehr aber noch weiter zulegen. So müssen rund 100000 Tonnen Boden von der Insel aufs Festland transportiert werden. Das teilte Regionalmanagerin Daniela Borgstädt in der Sitzung der Stadtvertretung mit.
2000 Fahrten in sieben Wochen
Es handelt sich dabei um Material, das südlich der Amalienhofer Brücke für den Weiterbau des Bahndamms noch abgetragen werden muss. Eine Weiterverwendung soll laut Borgstädt größtenteils im Bereich Großenbrode-Orthfeld im Planfeststellungsabschnitt Fehmarnsundquerung (FSQ) erfolgen. Die Menge von 100000 Tonnen würde rund 3700 Lkw-Ladungen entsprechen. Die ersten 2000 Fahrten sollen in den kommenden sieben Wochen erfolgen.
Doch mit dem Abtransport ist es gar nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint. Aufladen und rauf auf die B 207? Zu simpel gedacht. Nach dem vor zwei Wochen erfolgten Abriss der Avendorfer Brücke fehlt im Süden der Insel die Zufahrt von der L 217 auf die B 207.
Der ersten Forderung der ausführenden Firmen, das Material über die in den Landkirchener Weg mündende Bau- straße abzufahren und dort eine Ampelschaltung zu installieren, habe die Stadt ebenso nicht zustimmen können, wie einer direkten Zufahrt zur B 207 mit Ampelschaltung, die das Linksabbiegen in Richtung Festland ermöglicht. Das hätte zu einem unkalkulierbaren Rückstau führen können, so Borgstädt. So habe man sich gemeinsam mit Vertretern der Bahn, der ausführenden Firmen, dem Regionalmanagement und dem Fachbereich Bauen und Häfen auf einen Kompromiss geeinigt.
Der sieht wie folgt aus: Die DB InfraGo beantragt und erstellt südlich der Anschlussstelle Avendorf eine eigene Baustellenausfahrt aus ihrem Baufeld. Die Lkw fahren dann zunächst auf die B 207 in Richtung Norden bis zu den Anschlussstellen Burg oder Puttgarden, wenden dort und schlagen den Weg in Richtung Süden ein. „Über diese Verkehrsbeziehung werden alle 3700 Bodentransporte abgewickelt“, so Borgstädt. Der Antrag liegt laut Regionalmanagerin derzeit zur Genehmigung bei den Behörden.